Frankreich schränkt Postzustellung ein / Könnte auch in Deutschland passieren

Filiale von La Poste in Frankreich
Die französische Post hat auf aide.laposte.fr einen eingeschränkten Betrieb bekanntgegeben. Zurzeit werden Briefe und Pakete nur noch am Mittwoch, Donnerstag und Freitag ausgeliefert.

La Poste fordert die Bevölkerung auf, nur noch das Notwendigste ("strictement nécessaires") zu bestellen bzw. zu verschicken. Dadurch sollen die Postmitarbeiter mehr freie Kapazitäten für dringende Lieferungen haben. Bevorzugt ausgeliefert werden beispielsweise Medikamente, Gesundheitsprodukte und Mahlzeiten für ältere Menschen.

Deutsche Post DHL berichtet unter www.dhl.de/coronavirus, dass Pakete nach Frankreich mit Maßen von mehr als 60 x 60 x 60 cm nicht mehr angenommen werden. Schon im Transport befindliche Sendungen werden ab 28.03. retourniert. Idealerweise sollen Frankreich-Sendungen nur noch 32 x 24 x 24cm groß sein und max. 15kg wiegen.

Update vom 13. Mai 2020: DHL hat die Formatbeschränkungen für den Versand nach Frankreich wieder aufgehoben. Es gelten seitdem die gewohnten Maximalmaße von bis zu 120 x 60 x 60 cm und einem maximalen Gurtmaß von 300 cm.

Im Geschäftskundenportal äußert DHL die Vermutung, dass die Maximalmaße in Zukunft noch weiter reduziert werden könnten: "Daher empfehlen wir Ihnen, das Raummaß und das Gewicht Ihrer Sendungen nach Frankreich so weit wie möglich zu reduzieren." Einschränkungen für Briefe, Warenpost und Päckchen nach Frankreich bestehen zurzeit nicht (Stand 29.03.2020).

In ihrer Ausgabe vom 29.03.2020 schreibt die Welt am Sonntag von einem Notfallkonzept der Deutschen Post. Sollten in einer Region zu viele Postmitarbeiter erkranken, könnte die Zustellung in Deutschland ähnlich beschränkt werden wie in Frankreich.

Laut einem internen Post-Dokument, das der Welt am Sonntag zugespielt wurde, sollen alle Prozesse zunächst wie gewohnt weiterlaufen und Rückstaus wie im Regelbetrieb gehandhabt werden. Am längsten lagernde Sendungen sollen beispielsweise zuerst ausgeliefert werden (Paketda berichtete).

Denkbar ist auch, dass DHL-Mitarbeiter aus der Verwaltung bei der Zustellung und Paketsortierung mithelfen. "Ab einem Krankenstand von 30 Prozent kommen Briefe und Pakete nur noch an drei Tagen nach Hause, ab 60 Prozent an zwei Werktagen und ab 80 Prozent sollen die Postboten nur noch an einem Wochentag Sendungen austragen", schreibt die Welt am Sonntag.

In abgeriegelten Gebieten, die unter Quarantäne stehen, sollen nur Einschreiben und Briefe an Behörden und Gesundheitseinrichtungen zugestellt werden. Die genauen Empfängergruppen sind in Paragraf 2 des "Post- und Telekommunikationssicherstellungsgesetzes" genannt (hier online abrufbar).

Auch beim Versand von Post haben Behörden, die Bundeswehr und das Gesundheitswesen im Bedarfsfall Vorrang. Sofern eine Notsituation vorliegt, müssen sie beim Einliefern von Sendungen eine amtliche Bescheinigung vorlegen. Daraufhin werden die Sendungen von der Deutschen Post als "Vorrangpost" gekennzeichnet und bevorzugt befördert (vgl. Paragraf 3 des Gesetzes).


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