Wegen Corona: Postzustellung in Frankreich und UK verzögert

Filiale von La Poste in Frankreich
In Großbritannien fallen viele Arbeitnehmer wegen Corona-Erkrankungen aus. Deshalb herrscht seit Monaten in zahlreichen Branchen Personalmangel. Das wirkt sich jetzt auch auf Royal Mail aus.

Die britische Post hat für 127 PLZ-Bezirke Lieferverzögerungen mitgeteilt (Quelle: express.co.uk). In einigen Zeitungsberichten heißt es sogar, dass Weihnachtspost teilweise erst jetzt angekommen sei (z.B. dailyrecord.co.uk, bucksfreepress.co.uk).

Französische Postkunden erhielten vor einigen Tagen einen Newsletter von La Poste mit dem Hinweis, dass "die Zustellung Ihrer Briefe und Pakete [...] vorübergehend beeinträchtigt" sein kann. Aufgrund des Covid-19-Virus stehe La Poste "im gesamten Staatsgebiet vor außergewöhnlich operativen Schwierigkeiten". Kunden müssen deshalb mit längeren Lieferzeiten rechnen.

Die Einschränkungen erinnern an März 2020. Damals lieferte La Poste Briefe und Pakete nur am Mittwoch, Donnerstag und Freitag aus. Die Bevölkerung war aufgefordert, nur das Notwendigste zu bestellen bzw. zu verschicken.

Sollte Deutschland eine vergleichbare Krankheitswelle wie Großbritannien und Frankreich erleben, liegen Notfallkonzepte bereits in den Schubladen von Deutsche Post DHL (siehe unten).

Die Bundesnetzagentur kann bestimmten Personen und Organisationen eine Post-Bevorrechtigungsbescheinigung ausstellen (PDF). Im absoluten Krisenfall werden Briefe bis 1kg und Pakete bis 10kg bevorzugt transportiert, sofern sie jemand mit der Bevorrechtigungsbescheinigung in einer Filiale einliefert. Die Deutsche Post ist gesetzlich verpflichtet "Annahmestellen in angemessenem Umfang aufrechtzuerhalten" (Quelle).


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Notfallkonzept der Deutschen Post

So berichtete Paketda im März 2020

In ihrer Ausgabe vom 29.03.2020 schreibt die Welt am Sonntag von einem Notfallkonzept der Deutschen Post. Sollten in einer Region zu viele Postmitarbeiter erkranken, könnte die Zustellung in Deutschland ähnlich beschränkt werden wie in Frankreich.

Laut einem internen Post-Dokument, das der Welt am Sonntag zugespielt wurde, sollen alle Prozesse zunächst wie gewohnt weiterlaufen und Rückstaus wie im Regelbetrieb gehandhabt werden. Am längsten lagernde Sendungen sollen beispielsweise zuerst ausgeliefert werden (Paketda berichtete).

Denkbar ist auch, dass DHL-Mitarbeiter aus der Verwaltung bei der Zustellung und Paketsortierung mithelfen. "Ab einem Krankenstand von 30 Prozent kommen Briefe und Pakete nur noch an drei Tagen nach Hause, ab 60 Prozent an zwei Werktagen und ab 80 Prozent sollen die Postboten nur noch an einem Wochentag Sendungen austragen", schreibt die Welt am Sonntag.

In abgeriegelten Gebieten, die unter Quarantäne stehen, sollen nur Einschreiben und Briefe an Behörden und Gesundheitseinrichtungen zugestellt werden. Die genauen Empfängergruppen sind in Paragraf 2 des "Post- und Telekommunikationssicherstellungsgesetzes" genannt (hier online abrufbar).

Auch beim Versand von Post haben Behörden, die Bundeswehr und das Gesundheitswesen im Bedarfsfall Vorrang. Sofern eine Notsituation vorliegt, müssen sie beim Einliefern von Sendungen eine amtliche Bescheinigung vorlegen. Daraufhin werden die Sendungen von der Deutschen Post als "Vorrangpost" gekennzeichnet und bevorzugt befördert (vgl. §3 des Gesetzes).


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