Neue DHL-Strategie: Am längsten lagernde Pakete zuerst ausliefern


Im Interview mit dem Bonner General-Anzeiger wurde Postchef Frank Appel auf die steigenden Beschwerdezahlen von Kunden angesprochen. Appel sagte, sein Unternehmen steuere dagegen und habe Maßnahmen ergriffen, um Lieferverzögerungen in den Griff zu bekommen.

Ein Teilaspekt der neuen Strategie bei DHL lautet: "Zuerst erhaltene Pakete oder Briefe müssen immer zuerst ausgeliefert werden." (Zitat Frank Appel).

Dieses Prinzip ist insbesondere bei hohem Sendungsaufkommen wichtig, oder wenn sich Briefe und Pakete wegen Personalmangels stauen. Laut Appel sollen Sendungen im Falle einer Stauung nicht mehr ewig im Lager verbleiben.

Nutzerberichte aus dem Paketda-Forum zeigen beispielsweise folgendes Phänomen: Ein DHL-Paket trifft am Montag im Zielpaketzentrum ein und geht taggleich in Zustellung. Schafft es der Zusteller am Montag nicht, alle Pakete auszuliefern, bringt er überschüssige Sendungen abends zurück in die Zustellbasis. Dort werden die Pakete gelagert - und zwar manchmal tagelang. Es kommt sogar vor, dass ein Dienstag abgeschicktes Paket früher beim Empfänger ankommt als das montags eingelagerte Paket.

Dieser Effekt soll in Zukunft vermieden werden. Frank Appel hat das Prinzip First-In, First-Out angeordnet. Das bedeutet, am längsten lagernde Sendungen sollen vorrangig ausgeliefert werden. Pakete, die "frisch" aus dem Zielpaketzentrum in der Zustellbasis ankommen, sollen erst in Zustellung gehen, wenn alle lagernden Sendungen abgearbeitet sind.

Appel nimmt damit in Kauf, dass die "frischen" Pakete etwas später ausgeliefert werden. Wurde ein Paket erst vor 1 oder 2 Tagen abgeschickt, fällt eine Transportverzögerung nicht so negativ ins Gewicht wie bei Paketen, die bereits 3, 4 oder mehr Tage im Lager verweilen.

Paketda meint: Die neue Strategie bei der Post und DHL könnte tatsächlich helfen, die Beschwerdezahlen zu senken. Kurze Verspätungen akzeptieren viele Kunden, wohingegen lange Lagerzeiten für Empfänger nicht nachvollziehbar sind und für berechtigten Ärger sorgen.

Positiv ist auch, dass DHL überhaupt auf das Problem der langen Lagerzeiten aufmerksam geworden ist. Weil die bisherige Einlagerungsmethode schon jahrelang angewendet wird, hätte es sein können, dass DHL aufgrund von "Betriebsblindheit" diese Schwachstelle gar nicht erkennt.


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