DPD transportiert Pakete per Bahn (mal wieder)

DPD-Wechselbrücken auf einem Güterzug. © DPD Pressefoto

DPD transportiert seit dem 30.05.2022 täglich Pakete per Güterzug zwischen Hamburg und Duisburg. DPD plant, in 2023 "rund 5 Prozent des nationalen DPD-Frachtverkehrs über die Bahn" abzuwickeln. Der Fokus liegt auf dem Fernverkehr, weil sich auf kurzen Strecken das Umladen vom LKW auf die Schiene nicht lohnt.

Im Unterschied zu DHL, die mit dem Parcel-Intercity komplette Züge im Einsatz haben, bucht DPD einzelne Container auf bestehende Zugverbindungen. Partner ist das Frankfurter Unternehmen Kombiverkehr.

Jeden Abend starten fast zeitgleich Güterzüge von Hamburg und Duisburg in entgegengesetzter Richtung, die mit DPD-Wechselbrücken beladen sind. Anke Förster von DPD: "Die Strecke ist für uns optimal, da sich unsere Depots an beiden Orten unmittelbar in der Nähe zu den Cargoterminals der Bahn befinden." Mit dem aktuellen Projekt entspricht DPD eigenen Angaben zufolge "auch dem politischen Wunsch, Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern."

DPD-Beispielpaket von Duisburg nach Hamburg in Kooperation mit @logistikrobin. Im Paket war ein GPS-Tracker enthalten, und wir können bestätigen, dass tatsächlich ein Bahntransport stattfand. Allerdings gelang kein Transport innerhalb einer Nacht.

Bereits im Jahr 2010 sammelte DPD Erfahrungen mit dem Bahntransport zwischen Hamburg und Nürnberg. Die damaligen Ergebnisse waren nicht zufriedenstellend, weil die Bahn oft unpünktlich und wenig flexibel war. So mussten die Bahnpakete beispielsweise früher als üblich verladen werden, um die Abfahrtszeit des Zuges nicht zu verpassen. Im März 2011 startete DPD eine zweite Testphase zwischen Bremen und Hamburg. Dazu gab DPD keine Ergebnisse bekannt.

Auch in Österreich wurde der Bahntransport schon erfolglos erprobt. Laut DPD-Austria-Chef Rainer Schwarz geschah das vor 5 oder 6 Jahren:

"Wir haben quer durch Österreich unsere Wechselaufbaubrücken auf die Bahn verladen und sind dort von Oberösterreich bis Vorarlberg [gefahren]. Leider Gottes mussten wir das einstellen, weil das zeitliche Service nicht da war. Man hat dann seitens der Bahn gesagt: Tut uns leid, eine Anlieferung 16 Uhr ist nicht mehr möglich, Sie müssen um 14 Uhr kommen. Die ganzen Rahmenbedingungen waren einfach noch nicht [gut]. Und ich glaube, sie sind aktuell auch nicht besser geworden, um solche Dinge dauerhaft umzusetzen." Quelle: Youtube

DPD Deutschland ist sich der zusätzlichen Komplexität beim Bahntransport bewusst. Es gebe "umfangreiche Veränderungen in den internen Abläufen" um sicherzustellen, die den Kunden versprochenen Lieferzeiten einzuhalten. Langfristig sei denkbar, dass Kunden aktiv zwischen Straßen- und Bahntransport wählen können. Quelle: DPD Pressemeldung

DHL bietet zwischen Hamburg und Duisburg übrigens keinen Bahntransport an.

Hermes sagte zur Nachrichtenagentur dpa, dass der Schienentransport über die gesamte Prozesskette gesehen viel teurer als der Lkw-Transport sei. Außerdem sei der Bahntransport zu langsam. Hermes transportiert keine Pakete mit der Bahn, weil es kaum passende Angebote gibt. Vermutlich ist damit gemeint, dass kein Hermes-Paketzentrum nah genug an einem Güterbahnhof liegt. Quelle: Zeit.de.

Bahntransport bei DPD vor 12 Jahren (© DPD Pressefoto)


Ob DPD wirklich eigene Kranführer/innen beschäftigt, ist fraglich. © DPD Pressefoto


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