2018 begann DHL mit den Planungen eines neuen Paketzentrums in Dormagen. Es sollte 2022 fertiggestellt werden und in die Kategorie Mega-Paketzentrum fallen, also eine sehr Sortierleistung von 50.000 Paketen pro Stunde haben.
In einer Absichtserklärung zwischen DHL und der lokalen Wirtschaftsförderung wurde von einem "Investment von 150 Millionen Euro" gesprochen. Doch das Projekt hat sich jetzt zerschlagen. Laut Neuß-Grevenbroicher Zeitung soll auf der geplanten Fläche am Dormagener Silbersee überhaupt keine Logistik mehr angesiedelt werden.
Weil das Areal laut Zeitungsbericht "in Teilen hoch verseucht" ist, wird das geplante Gewerbegebiet von 52 Hektar auf 23 Hektar reduziert. Das reduziert die Kosten für die Bodensanierung. Außerdem entfällt wohl die Umsiedlung von Eidechsen, wofür 2 Jahre eingeplant waren (Quelle: News 89.4). Ein neuer Bebauungsplan soll aufgestellt werden und verkehrsintensive Unternehmen sind am Silbersee nicht mehr Willkommen.
DHL hat sich mit der neuen Situation offenbar schon arrangiert. Anstatt des Neubaus in Dormagen gab DHL vor wenigen Tagen Erweiterungspläne für das ca. 40km entfernte Paketzentrum Köln-Eifeltor bekannt. Bis 2026 wird die Sortierkapazität in Köln von 30.000 auf 52.000 Pakete pro Stunde erhöht.
DHL baut ein weiteres Mega-Paketzentrum in NRW
So berichtete Paketda früher
DHL investiert kräftig und baut bis zum Jahr 2022 ein Mega-Paketzentrum in Dormagen. Damit verliert das Attribut "Mega" allmählich seine Berechtigung, weil Mega offenbar der Standard für neu gebaute DHL-Paketzentren ist. Sie zeichnen sich aus durch eine Sortierkapazität von 50.000 Paketen pro Stunde, einen Drei-Schicht-Betrieb mit 600 Mitarbeitern und 13 bis 15 Hektar Grundstücksfläche.
In Dormagen (zwischen Düsseldorf und Köln gelegen) erfolgt ein "Investment von 150 Millionen Euro", wie ein Vertreter der örtlichen WIrtschaftsförderung zur Neuss-Grevenbroicher Zeitung sagte. Das Paketzentrum entsteht im Gewerbegebiet Silbersee. Dafür wird eine eigene Autobahnabfahrt Delrath an der A57 gebaut.
Eine ortskundige Leserin merkt gegenüber Paketda an, dass die neue Anschlussstelle (AS) Delrath noch nicht genehmigt ist. Es sei fraglich, ob die Genehmigung überhaupt erfolgen wird, weil DHL den erforderlichen Sicherheitsabstand zur Anschlussstelle nicht einhalten könne. Kritisch sei insbesondere, dass die AS den Sicherheitsabstand zu einem Störfallbetrieb um nahezu 90% unterschreiten werde. Außerdem gebe es auf dem Gelände ein großes Altlastenproblem mit Arsen und Schwermetallen. Überdies bestehe Gefahr durch Qualmwasser wegen der Nähe zum Rhein.