
Ein enttäuschter potenzieller Standortgeber hat sich an Paketda gewandt, um seine Erlebnisse mit dem DHL-Tochterunternehmen DeinFach zu schildern. Er bewarb sich als Standortpartner für eine der neuen, anbieteroffenen Paketstationen und musste dabei einige überraschende Erfahrungen machen.
Hinweis: Paketda konnte die geschilderten Aussagen und Vorwürfe nicht unabhängig prüfen.
Der Interessent, Betreiber eines kleinen Gewerbes, hatte auf der Webseite von DeinFach das Angebot entdeckt, Standortpartner zu werden. Die Kontaktaufnahme verlief zunächst positiv: Nach etwa zwei Wochen meldete sich ein freundlicher Mitarbeiter von DeinFach. Er hatte den Standort geprüft und hielt ihn für geeignet. Ein Vorab-Vertrag wurde zugesendet, und die Errichtung einer Station schien nur noch Formsache.
Doch dann kam der überraschende Bruch. Zum Vor-Ort-Termin erschien nicht etwa ein Vertreter von DeinFach, sondern ein Mitarbeiter von DHL selbst. Und dieser machte schon am Telefon klar, dass er sich den Standort wohl nicht vorstellen könne. Beim anschließenden Besichtigungstermin suchte er laut dem Bericht des Standortgebers regelrecht nach Ablehnungsgründen: Mal sei der Lärmschutz ein Problem, mal die Maße der Fläche, mal fehle der wirtschaftliche Nutzen. Die Diskussion verlief so unergiebig, dass der potenzielle Standortpartner den Termin schließlich frustriert abbrach.
Ein Kritikpunkt des Bewerbers richtet sich gegen die Darstellung auf der DeinFach-Webseite: Dort wird auf der Startseite eine kleine, kompakte Paketstation gezeigt. Doch laut Aussage des DHL-Mitarbeiters sollten die Stationen in der Praxis mindestens 4,50m lang sein, um wirtschaftlich zu sein, erklärt der Standortinteressent gegenüber Paketda.
Zweiter Kritikpunkt: eine unzureichende Vergütung. Laut seiner Aussage erhält ein Standortpartner 15 Euro monatlich pro Meter Paketstation. Für die zusätzlich notwendige Fläche rund um die Station (etwa für Kundenzugang oder Rangierfläche) gibt es jedoch keine Vergütung. Diese Fläche müsse dennoch dauerhaft bereitgestellt werden. Das Geschäftsmodell sei daher wirtschaftlich wenig attraktiv und stark auf die Interessen von DHL zugeschnitten.
Die Erfahrungen des Lesers werfen ein Schlaglicht auf die Herausforderungen beim Aufbau des DeinFach-Netzes. Dass DHL selbst über die Standorttauglichkeit entscheidet, obwohl DeinFach als eigenständiges Unternehmen firmiert, dürfte viele potenzielle Partner überraschen. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind offenbar weniger vorteilhaft, als es die Webseite zunächst vermuten lässt. Fazit des Paketda-Lesers: "Viel Wirbel um nichts. Ich kann nur jedem abraten, Standortpartner zu werden."