Youtuber wird Zustellfahrer und testet Amazon Flex

Youtuber "teebro" hat eine Ausliefertour für Amazon in Köln erledigt und berichtet, ob die Tour in der vorgegebenen Zeit zu schaffen ist, welche Schwierigkeiten er bei der Zustellung erlebte und ob es sich finanziell lohnt. Amazon wirbt mit einem Stundenlohn von 25 Euro. Allerdings werden die Zusteller nicht als Angestellte beschäftigt sondern als Selbstständige. Versicherung, Steuern, Kraftstoff, etc. muss der Zusteller selber bezahlen.

Teebro hat sich für Amazon Flex registriert, die dazugehörige App installiert und eine 3-Stunden-Schicht von 13:30 bis 16:30 Uhr angenommen. Für die Auslieferung benötigen Zusteller ein einwandfreies, polizeiliches Führungszeugnis, einen eigenen PKW und natürlich einen Führerschein.

Zum Schichtbeginn fährt man zum Amazon-Verteilzentrum und bekommt dort eine Warnweste ausgehändigt sowie einen Block mit Benachrichtigungskarten. Im ersten Schritt wird jedes Paket gescannt und ins Auto eingeladen. Teebro hat die Pakete ziemlich durcheinander auf die Rückbank und in den Kofferraum gelegt. Hätte er sie nach PLZ sortiert, wäre das spätere Wiederfinden eventuell einfacher gewesen.

Weil sich Teebro auf dem Weg zum Amazon-Verteilzentrum verfahren hat, traf er dort mit Verspätung ein. Insgesamt 50 Pakete wurden ihm für seine 3-Stunden-Tour zugeteilt. Die Amazon-Flex-App hat ein eingebautes Navigationssystem. An der ersten Lieferadresse war Teebro um 14 Uhr.

Teebro kritisiert, dass das eingebaute Amazon-Navi eine ungenaue Standortposition anzeigt, nicht alle Hausnummern korrekt zuordnet und Straßenverläufe teilweise veraltet sind. In einem Folgevideo vom November 2019 erklärt Teebro, dass inzwischen auch eine Navigation mit Google Maps möglich ist und die Probleme dadurch gelöst sind.

Viel Zeit beanspruchte das Suchen von Adressen, denn nicht jede Hausnummer ist von der Straße aus sichtbar. Sind Kunden nicht zu Hause, sind die Nachbarn mal mehr und mal weniger bereit, Pakete für sie anzunehmen. Je nach Stadtviertel, in dem Teebro ausliefern musste, unterschied sich auch die Kundschaft. Eine weitere Schwierigkeit war die Parkplatzsuche bzw. das Parken am Straßenrand, ohne andere Autofahrer zu behindern.

Das geplante Schichtende um 16:30 Uhr konnte Teebro nicht einhalten. Das letzte Paket lieferte er um 18:30 Uhr aus. Wäre er nicht alle Pakete losgeworden, hätte er den Rest zum Amazon-Verteilzentrum zurückbringen müssen.

Berücksichtigen muss man allerdings, dass Teebro unterwegs 30 Minuten im Stau stand und beim letzten Paket 30 Minuten Zeit aufgrund schlechter Navigation verlor. Außerdem begann er die Tour erst um 14 Uhr statt 13:30 Uhr. Zwischendurch filmte Teebro für Youtube und machte eine kurze Essens- und Toilettenpause. In den Kommentaren zum Video schreiben andere Amazon-Flex-Zusteller, dass die vorgegebenen Touren zeitlich zu schaffen sind.

Fazit von Teebro: "Die ersten vier, fünf Lieferungen haben Spaß gemacht. Dann hat er mich logisch gar nicht nachvollziehbar über Routen geschickt, total bescheuert durch Staus, jetzt bin ich schon fast wieder dort, wo ich angefangen hab. Dann quer durch Köln gefahren, dann wieder zurück in dieses Viertel, wo ich hier das letzte Paket abgegeben hab. [...] Für mich hat die Route überhaupt keinen Sinn gemacht, um schnell zuzustellen. Das war einfach nur lästig. Die Parkplatzsuche in der Stadt war total kacke, und mir hat gerade noch der letzte Mafioso die Türe aufgemacht, in Unterhose, der sah richtig gefährlich aus. [...] Ich hab jetzt echt ein Herz für Paketzusteller."

Ein ausführliches Fazit über die Amazon-Flex-Auslieferung hat Teebro in diesem Video bei Youtube veröffentlicht. In einem weiteren Zusatzvideo hat Teebro seine Erfahrungen aus mehreren Amazon-Flex-Ausliefertouren zusammengefasst. Je mehr Erfahrung man als Zusteller sammelt, desto schneller sind die Touren zu schaffen. Besonders zeitsparend sind Lieferungen an Amazon Locker (Paketkästen).

Screenshot der Amazon-Flex-Website


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