Streikgefahr bedroht Luftpost

Airmailcenter am Flughafen Frankfurt Das Airmailcenter am Frankfurter Flughafen. Im Hintergrund: Internationales Postzentrum (IPZ)

Seit 2020 finden Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Verdi und der Airmail Center Frankfurt GmbH statt. Zurzeit sind die festgefahren Verhandlungen jedoch unterbrochen, und ab Mitte Februar sind sogar Warnstreiks möglich. In einer Pressemitteilung (PDF) der Gewerkschaft heißt es, man erwarte vom Arbeitgeber "endlich einen klar positionierten Gegen- oder Alternativentwurf zum ver.di-Tarifvertragsentwurf".

Ziel der Gewerkschaft ist es, für die rund 200 Beschäftigten des Airmailcenters einen Tariflohn auszuhandeln. Verhandlungsführer Andreas Jung erklärt:

"Weder bei der Problematik Entgelt noch bei den allgemeinen Arbeitsbedingungen kamen wir einen Schritt weiter, im Gegenteil. Aus unserem Blickwinkel zeigt die Arbeitgeberseite kein Interesse, die Arbeitsbedingungen in einem Tarifvertrag zu harmonisieren und transparent zu gestalten, sondern verschleppt trotz vereinbarter Verhandlungsrunden die Diskussion um echte Inhalte."

Mit Ablauf der Friedenspflicht am 15.02.2021 könnten Warnstreiks organisiert werden. Die Airmail Center Frankfurt GmbH soll zwar zugesichert haben, bis dahin einen Tarifvertrags-Entwurf vorzulegen. Allerdings lässt das bisherige Verhalten des Arbeitgebers daran zweifeln, ob den Worten auch Taten folgen.

So war für den 9. Dezember 2020 eigentlich eine Verhandlungsrunde über den Urlaubsanspruch geplant, doch laut Verdi habe der Arbeitgeber nur eine E-Mail geschickt. "Inhaltliche Gespräche wurden abgeblockt, der Arbeitgeber war auch weiter nicht bereit, das Thema für 2021 zu tarifieren", so Andreas Jung. "Wenn es am Verhandlungstisch kein Weiterkommen gibt, wird der Druck auf der Straße stärker aufgebaut werden, erste Warnstreiks ab Februar bei Airmail Center Frankfurt sind nach jetzigem Stand kaum zu vermeiden."

Das Airmail-Center am Frankfurter Flughafen sorgt für die Übergabe bzw. Annahme internationaler Postsendungen an Fluggesellschaften. Laut airmail-center.de werden täglich Postsendungen "von rund 90 Airlines (...) an 300 direkte Ziele in aller Welt" verteilt.

Das Airmail-Center ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Lufthansa Cargo, Fraport und Deutscher Post DHL. Das Gebäude ist über ein Förderband mit dem benachbarten Internationalen Postzentrum (IPZ) verbunden. Eigenen Angaben zufolge beträgt das Luftpostaufkommen 400 Tonnen pro Tag (400.000 kg). Ein Warnstreik im Airmailcenter würde nach Einschätzung von Paketda einen Rückstau bei Import- und Export-Sendungen der Deutschen Post verursachen.

Verantwortliche des Airmailcenters wollten sich auf Anfrage nicht zur Streikgefahr äußern. Die Pressemitteilung von ver.di ist auf den 9.12.2020 datiert, am damaligen Stand hat sich bis heute jedoch nichts geändert, wie die Gewerkschaft Paketda mitteilte.


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