Sendungsverfolgung Menü

Warum haben viele Zeitungen »Post« im Namen?

Inhaltsverzeichnis

  1. Die Post als Nachrichtenquelle
  2. Vom Postreiter zur Zeitung
  3. Die Bedeutung des Namens „Post“ heute

Zeitungen mit Post im Namen

Die Bezeichnung „Post“ in vielen Zeitungsnamen hat historische Wurzeln, die bis ins Spätmittelalter zurückreichen. Ursprünglich bezeichnete „Post“ nicht nur den heutigen Brief- und Paketdienst, sondern ein komplexes Kommunikationssystem, das Nachrichten über große Entfernungen übermittelte. Auch der Begriff „Zeitung“ selbst geht auf das mittelhochdeutsche Wort „zitunge“ zurück, das eine „Kunde“ über bemerkenswerte Ereignisse meinte. Solche Nachrichten wurden zunächst von reisenden Kaufleuten gesammelt und mündlich oder schriftlich weiterverbreitet.



Die Post als Nachrichtenquelle

Im späten 15. Jahrhundert wurden Postsendungen per Pferd und Reiter transportiert. Diese Postreiter legten unterwegs regelmäßig Pausen an sogenannten Poststationen ein, wo sie die Pferde wechselten und sich mit anderen Reitern austauschten. Diese Stationen befanden sich häufig in Gasthäusern.

Die Postmeister, die diese Stationen betrieben, erhielten dadurch Zugang zu aktuellen Nachrichten aus verschiedensten Regionen. Im Laufe des 17. Jahrhunderts spielten sie eine zunehmend zentrale Rolle im Nachrichtenwesen. Bei ihnen strömten Nachrichten aus nah und fern zusammen – teils entnahmen sie diese auch den Briefen, die sie kraft ihres amtlichen Prüfungsrechts lesen durften. Auf diese Weise verbreiteten sie Informationen zunächst mündlich, später in gedruckter Form. So entstanden die ersten Zeitungen, die oft den Begriff „Post“ im Namen trugen, um ihre Rolle als Nachrichtenvermittler zu verdeutlichen.



↑ zum Inhaltsverzeichnis


Vom Postreiter zur Zeitung

Ab etwa 1550 entwickelte sich ein festes Netz von Poststationen, das große europäische Städte miteinander verband. Über dieses Netzwerk wurden nicht nur Briefe, sondern auch allgemeine Neuigkeiten verbreitet. Die Inhaber der Stationen sammelten diese Informationen, werteten sie aus und gaben sie in gedruckter Form weiter – als frühe Zeitungen.

Briefe waren damals das wichtigste Medium zur Weitergabe von Informationen und gelten daher zu Recht als Vorläufer der modernen Zeitung. Interessanterweise wurde die Richtigkeit der verbreiteten Nachrichten oft nicht überprüft, und die Herausgeber übernahmen keine Haftung für den Inhalt. Dies führte zu einem frühen, wenn auch unfreiwilligen, Vorläufer des heutigen Informantenschutzes (Quelle: Wikipedia).



↑ zum Inhaltsverzeichnis


Die Bedeutung des Namens „Post“ heute

Zeitungstitel wie „Berliner Morgenpost“, „Rheinische Post“ oder „Westfalenpost“ erinnern noch heute an diese historische Verbindung zwischen Postwesen und Nachrichtenvermittlung. Auch wenn diese Zeitungen nichts mehr mit der Post zu tun haben, bleibt der ein sprachliches Erbe ihrer Tradition.

Ebenso tragen viele Gasthäuser noch immer Namen wie „Zur Post“. Diese Bezeichnungen stammen aus jener Zeit, in der solche Gasthäuser als Poststationen dienten, an denen Postreiter ihre Pferde wechselten, übernachteten und Neuigkeiten verbreiteten.

↑ zum Inhaltsverzeichnis



  Artikel zuletzt aktualisiert am .   |   Autor: