Kräftig gefärbte Briefumschläge können bei der maschinellen Sortierung der Deutschen Post Probleme verursachen. Das gilt auch dann, wenn die Empfängeradresse gut lesbar ist, zum Beispiel mit schwarzer Schrift auf gelbem Grund.
Der Grund liegt nicht bei der Adresse selbst, sondern beim sogenannten Zielcode. Dieser wird von den Sortiermaschinen am unteren Rand des Briefumschlags aufgedruckt. Im Zielcode ist die Lieferanschrift maschinenlesbar verschlüsselt.
Für diesen Zielcode verwendet die Deutsche Post eine neon-orangefarbene Tinte. Auf stark farbigen Umschlägen kann der Code schlecht oder gar nicht erkannt werden. Die Sendung muss dann unter Umständen manuell sortiert werden.
Den höheren Aufwand berechnet die Deutsche Post über ein höheres Porto: Statt als Standardbrief für 0,95 Euro muss die Sendung dann als Kompaktbrief für 1,10 Euro frankiert werden.
Umschläge in einfarbigen Pastellfarben sind vom höheren Porto in der Regel nicht betroffen. Laut derwesten.de gibt es außerdem offenbar eine Toleranzgrenze von fünf Umschlägen. Wer als Privatperson weniger als fünf farbige Briefe verschickt, zahlt möglicherweise trotzdem nur das Standardbrief-Porto. Eine Garantie dafür gibt es jedoch nicht.
Im Mai 2026 berichtete Nordkurier.de über eine technische Verbesserung der Sortiermaschinen bei der Post. Demnach können inzwischen auch einige bunte Briefumschläge automatisch verarbeitet werden, aber noch nicht alle. Der Preisaufschlag für bunte Kuverts bleibt also bestehen.
In einem Forum für Onlinehändler (www.sellerforum.de) wird berichtet, dass sogar für braune Luftpolsterumschläge Nachporto berechnet wurde, weil sich die Anschrift unzureichend vom braunen Untergrund abhob. Weiße Luftpolsterumschläge sollen besser sein.
Im Portoberater der Deutschen Post erscheint folgender offizieller Hinweis:
"Der Umschlag muss weiß oder in einfarbigen Pastelltönen gehalten sein. Bei der Verwendung eines farbigen Umschlags empfehlen wir die Nutzung eines weißen Adressaufklebers."
Gegenüber noz.de sagte eine Postsprecherin 2019, dass man "bis vor einiger Zeit farbige Umschläge im normalen Postversand toleriert" habe. Weil allerdings immer mehr farbige Umschläge verschickt werden, kontrolliert die Post nun wohl strikter. Unzureichend frankierte Briefe werden an den Absender zurückgeschickt, damit dieser sie nachfrankieren kann.
Bei der Firma Otto Theobald gibt es farbige Briefumschläge, die von der Deutschen Post hinsichtlich Maschinenfähigkeit getestet und zertifiziert wurden. Bei Verwendung dieser zertifizierten, farbigen Briefumschläge muss also kein erhöhtes Porto bezahlt werden.
Die Deutsche Post hat ein PDF mit einer Tabelle zulässiger Farbtöne für Briefumschläge veröffentlicht. Nachfolgend ist ein Ausschnitt des Dokuments abgebildet.
Beim Symbol "doppelter Kasten" können Sie sicher sein, dass Umschläge mit diesem Farbton maschinell lesbar sind. Das betrifft sowohl die Lesbarkeit der Anschrift als auch des Frankiervermerks (Matrixcode). Das Symbol "einfacher Kasten" bedeutet, dass Matrixcodes auf solchen Farben nicht lesbar sind.
Zusammenfassung: Muss ich für bunte Briefumschläge mehr Porto aufkleben?
Ja, Briefumschläge mit einem kräftigen Farbton kosten mehr Porto, weil die Anschrift darauf nicht automatisch lesbar ist. Ein farbiger Standardbrief kostet deshalb 1,10 Euro Porto. Es gibt eine Ausnahme: Zarte Pastellfarben sind für die Deutsche Post in Ordnung. Pastellfarbene Briefe kosten das normale Porto in Höhe von 0,95 Euro.
Die Bundesnetzagentur (Aufsichtsbehörde der Deutschen Post) beanstandet das erhöhte Porto für farbige Umschläge übrigens nicht. Auf der Website der Behörde heißt es:
Adressangaben auf bunten Umschlägen sind für die Sortieranlagen oftmals nicht gut lesbar. Daher müssen diese Briefe von Hand sortiert werden. Das erzeugt höhere Kosten und führt zu einem höheren Porto. Das ist nicht zu beanstanden.