Telegramm der Deutschen Post – Stop – Gibt es tatsächlich noch – Stop

Schmuckblätter für Telegramme

Inhaltsverzeichnis

  1. Infos zum Telegramm der Deutschen Post
  2. Alternativer Telegramm-Anbieter: Pacster.com
  3. Anlässe für ein Telegramm
  4. So geben Sie ein Telegramm online auf
  5. Der Telegramm-Test von Paketda
  6. Stopp-Wörter beim Telegramm
  7. Zum historischen Hintergrund
  8. Hybridbrief als Alternative zum Telegramm
  9. Fazit

Infos zum Telegramm der Deutschen Post

Auf der Hitliste der unbekannten Postdienstleistungen steht das Telegramm weit oben. Die Deutsche Post bietet diesen Service aus dem 19. Jahrhundert noch immer an. Und zwar mit der typischen Längenbegrenzung auf 160 oder 480 Zeichen.

Direktlink zur Telegramm-Buchung: www.deutschepost.de/telegramm

► Letztendlich ist ein Telegramm bloß ein von der Post ausgedrucktes DIN A4-Blatt, auf dem die Nachricht an den Empfänger steht. Im Mai 2015 hat die Deutsche Post ihr Telegramm-Angebot etwas modernisiert: Es kamen dekorative Umschlagmappen (Schmuckblätter) hinzu, und der Preis für das kurze Mini-Telegramm wurde reduziert.

Wenn Sie das Telegramm in ein Schmuckblatt einlegen lassen, wird die Lieferung in einem gelben DIN-A4-Umschlag zugestellt. Ohne Schmuckblatt wird der Telegrammzettel in einem DIN-Lang-Umschlag verschickt. Deshalb unterscheidet sich das Telegramm kaum von einem gewöhnlichen Brief.

► Anders als beim Telegrammservice, wie man ihn aus alten Spielfilmen kennt, kommt heute kein Eilbote mehr an die Haustür, um ein Telegramm zuzustellen. Die Zustellung erfolgt mit der regulären Tagespost. Zwar sind die Briefträger angehalten, Telegramme persönlich zu überreichen – aber das ist nicht garantiert. Falls niemand angetroffen wird, wird der Umschlag in den Briefkasten eingeworfen.

Früher konnte man für Telegramme auch eine Sonntagszustellung buchen, dieser Service wurde in 2019 jedoch eingestellt.

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Alternativer Telegramm-Anbieter: Pacster.com

Unter www.pacster.com bietet der Expresspaketdienst "GO!" ebenfalls einen Telegrammdienst an. Und zwar flächendeckend an alle Lieferanschriften in Deutschland bis spätestens 12 Uhr am Folgetag.

Gegen Aufpreis sind möglich: Zustellung am Samstag, Sonntag oder Feiertag. Außerdem kann eine Fixzustellung beauftragt werden mit einem 15-minütigen Lieferzeitfenster. Für extrem eilige Sendungen kann sogar eine taggleiche Auslieferung gebucht werden.

Eine Spezialität von pacster.com ist der Versand von Geschenkpaketen inklusive einer Grußkarte. Der Absender wählt aus festgelegten Geschenkpaketen, gibt einen Grußtext ein und pacster.com versendet die Ware. Pacster ist ein Tochterunternehmen von GO!-Express.

Preisbeispiele (Stand 2/2021, jeweils inkl Versand & USt.):

  • Telegramm ohne Geschenk: 14,50 Euro
  • Heliumballon im Karton: 19,40 Euro
  • Rosen Flowerbox: 40,40 Euro
  • Aufpreis für Grußkarte: 4,00 Euro

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Anlässe für ein Telegramm

Falls Sie einer Person eine dringende Nachricht zukommen lassen wollen, und diese Person verfügt weder über Telefon noch SMS oder Whatsapp, dann könnte ein Telegramm die geeignete Wahl sein. Vielleicht urlaubt Ihr wichtigster Mitarbeiter gerade an der Ostsee, hat absichtlich sein Handy zu Hause gelassen und checkt keine E-Mails, um ungestört abschalten zu können. Wenn Sie diesen Mitarbeiter wegen eines Notfalls sofort aus dem Urlaub zurückbeordern müssen, könnten Sie ihm ein Mini-Telegramm zustellen lassen (für € 12,90 ohne Schmuckblatt): "Müller, sofort zurückkommen. Produktionshalle abgebrannt. MfG, Chef."

Auch für Geburtstage und ähnliche Gratulationsanlässe kann ein Telegramm ein stilvoller Weg sein, Glückwünsche zu bekunden. Allerdings nur bei Leuten, die den Wert eines Telegramms zu schätzen wissen. Leider lassen sich Telegrammen keine Geschenke oder Pralinen beilegen, denn die Beauftragung ist nur übers Internet oder telefonisch bei der Telegramm-Hotline möglich: www.telegramm.de bzw. 0228/97272210.

Aktuelle Preise für Telegramme

  ohne Schmuckblatt mit Schmuckblatt
Telegramm bis 160 Zeichen 12,90 17,10
Telegramm bis 480 Zeichen 18,35 22,55

Stand: 1/2021. Alle Angaben ohne Gewähr

Fleurop als Alternative zum Telegramm:
Apropos Geschenke: Der Blumendienst Fleurop ist eine gute Alternative zum Telegramm. Dort können Sie Grußkarte und Blumenstrauß gemeinsam verschicken und bezahlen nur wenig mehr als für ein Telegramm. Weitere Vorteile sind eine taggleiche Lieferung sowie die Zustellung an Sonn- und Feiertagen (aufpreispflichtig / nicht in jeder Region verfügbar).


So geben Sie ein Telegramm online auf

Gehen Sie zum Onlineshop der Deutschen Post und wählen Sie aus, ob Sie ein kurzes Telegramm mit 160 Zeichen oder ein langes mit 480 Zeichen versenden möchten. Im Buchungsprozess können Sie Ihren Telegramm-Text eintippen, die verbleibende Anzahl möglicher Zeichen wird stets angezeigt.

Außerdem können Sie ein sogenannes Schmuckblatt auswählen. Dabei handelt es sich um eine Art Klappkarte im Format DIN A4 mit großformatigem Fotoaufdruck. Das Schmuckblatt "Sektgläser" hat sogar ein Soundmodul und spielt beim Öffnen die Melodie "Hoch sollst du leben" ab.

Bitte beachten Sie die Annahmezeiten: Damit Ihr Telegramm am nächsten Tag zugestellt wird, muss es bis 3 Uhr nachts aufgegeben worden sein (Stand 7/2019). Diese Frist gilt nur für Onlinebestellungen. Telefonisch aufgegebene Telegramme haben kürzere Annahmezeiten.

Jedes Telegramm erhält eine Sendungsnummer im Format TG123456789DE. Das Tracking soll eigentlich unter www.deutschepost.de/briefstatus möglich sein. In der Praxis funktioniert das häufig leider nicht.

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Der Telegramm-Test von Paketda

Im Juni 2019 hat die Paketda-Redaktion den Telegramm-Versand der Deutschen Post getestet. Ein Telegramm wurde online um 00.30 Uhr aufgegeben aber nicht wie versprochen taggleich zugestellt. In solchen Fällen hat man als Kunde keine Haftungsansprüche gegen die Deutsche Post. Für Telegramme gelten die gewöhnlichen AGB für Briefsendungen. Und für Briefe (also auch Telegramme) garantiert die Deutsche Post keine bestimmte Lieferzeit. Ebenfalls negativ:

  • Das Telegramm wurde nicht persönlich übergeben, obwohl der Empfänger zu Hause war.
  • Es gab keine Online-Sendungsverfolgung, obwohl eine Sendungsnummer vorhanden war.
  • Der telefonische Telegramm-Service konnte ebenfalls keine Auskunft zum Sendungsstatus geben.

Ergänzung: Der Test wurde im Februar 2020 wiederholt: erneut war keine Sendungsverfolgung möglich und das Telegramm wurde nicht in der gleichen Nacht versendet.

Telegramm mit gelbem Post-Umschlag und Sendungsnummer

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Stopp-Wörter beim Telegramm

Es ist ein Mythos, dass in Telegrammen nach jedem Satzende das Wort "Stopp" gedruckt wird. In alten Filmen hört man dies zwar gelegentlich bei der Nachrichtenübermittlung, allerdings dient das "Stopp" ausschließlich der besseren Verständlichkeit beim Telefonat mit der Telegrammstelle der Post.

Wenn Sie ein Telegramm telefonisch aufgeben, können Sie also durchaus "Stopp" nach jedem Satz sagen. Dann setzt der/die Hotline-Mitarbeiter/in einen Punkt an diese Stelle Ihres Textes. Das Wort Stopp wird jedoch nicht mitgedruckt — es sei denn, Sie bitten ausdrücklich darum.

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Zum historischen Hintergrund

Das Telegramm wurde Ende der 1890er Jahre erfunden und nahm ab 1900 seinen Siegeszug rund um die Welt auf. Es stieß in die Lücke zwischen Telefon (waren damals kaum verbreitet) und klassischem Brief (Zustellung dauerte mehrere Tage). In Deutschland wurden die meisten Telegramme zu Zeiten der Deutschen Bundespost verschickt. Der Höhepunkt lag bei 13 Millionen Mitteilungen im Jahr 1978. Mehr Infos bei Wikipedia.

Die bis heute bestehende Preisberechnung nach der Länge des Telegramms rührt daher, dass Telegramme früher über Telegraphenleitungen vom Absender- zum Empfänger-Postamt geschickt wurden. Im Ziel-Postamt wurde der telegraphierte Text quasi ausgedruckt, auf eine Karte geklebt und dem Empfänger binnen Stundenfrist zugestellt. Je länger eine Botschaft war, desto länger dauerte das Telegraphieren und desto teurer der Service. Heutzutage ist diese Längenbegrenzung eigentlich überflüssig und wird wohl eher aus nostalgischen Gründen von der Post aufrechterhalten, um den typisch kurzen Telegrammstil zu bewahren.

Historischer Film der Bundespost zum Telegramm-Versand von 1982:


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Hybridbrief als Alternative zum Telegramm

Wie bereits erwähnt, ist ein Telegramm im Grunde genommen ein ausgedruckter Textzettel, der vom Absender in eine Onlinemaske eingetippt wurde. Auf Wunsch ist ein Schmuckblatt möglich. Wer auf den dekorativen Umschlag verzichten kann, und lediglich online einen Brief verfassen will, dem sei der eBrief von PIN Mail empfohlen.

Dieser private Briefdienst ermöglicht es unter www.ebrief.de, dass Sie entweder eigene Dokumente hochladen oder in einem Online-Formular einen Brieftext eingeben. Ihr Brief wird daraufhin von PIN Mail ausgedruckt, kuvertiert, frankiert und verschickt. Im Zustellbereich von PIN Mail (eher Ostdeutschland) übernehmen PIN-eigene Mitarbeiter die Zustellung, im übrigen Bundesgebiet die Deutsche Post. Ein einseitiger, farbig gedruckter Brief kostet 73 Cent inkl. Umsatzsteuer, Porto, Papier und Briefumschlag (Stand 2/2020). Damit liegt der PIN-Gesamtpreis sogar unter dem Briefporto der Deutschen Post (zurzeit 0,80 Euro).

Außerdem können Sie gegen Aufpreis farbige Seiten drucken lassen, und somit dem Telegramm ähnliche Schmuckmotive in den Brief einfügen. Die Zustellung des sogenannten Hybridbriefs bei PIN Mail dauert zwischen 2 und 3 Tagen.

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Fazit

Der frühere Werbespruch der Post lautete "Ein Telegramm kommt überall ganz überraschend gut an." Das gilt heute nur noch eingeschränkt. Sicherlich ist dem Telegramm ein gewisser Überraschungseffekt eigen, schon allein deshalb, weil es so selten versandt wird.

Allerdings ist dieser Effekt nach dem Öffnen des Umschlags schnell verflogen. Die Wortbegrenzung, die altmodischen Schmuckblätter und der lieblos ausgedruckte Brieftext sorgen beim Empfänger kaum für einen Überraschungseffekt.

Paketda empfiehlt: Sparen Sie lieber die Kosten eines Telegramms und kaufen für nur wenig mehr einen Fleurop-Blumenstrauß mit beigelegter Grußkarte. Der Fleurop-Text ist übrigens auf 250 Zeichen begrenzt — kann also mit einem Telegramm mithalten.

Telegramm der Deutschen Post

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