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Arbeitsminister will Toiletten auf Zustelltour vorschreiben


Die Welt berichtet, dass das Arbeitsministerium eine "Verordnung für gute Arbeit bei der Paketzustellung" plant. Darin sollen zum Beispiel maximale Sendungsmengen, die Tourenlängen, eingesetzte Fahrzeuge und Vorschriften für Sanitäranlagen vorgeschrieben werden.

Aktuell müssten sich Zusteller unterwegs selbst um Toiletten kümmern. Künftig soll der Arbeitgeber solche Möglichkeiten organisieren, z.B. in Absprache mit Firmen, deren WCs Zusteller mitbenutzen dürfen.

Bei Verstößen drohen laut Zeitungsbericht Bußgelder bis 30.000 Euro. Christina Dahlhaus, Chefin der Gewerkschaft DPVKOM, begrüßt die geplante Verordnung: "Es ist unverantwortlich, dass sich die Arbeitgeber ihrer Verantwortung entziehen und es dem Zustellpersonal selbst überlassen, Zugang zu einer Toilette zu finden."

Der Paketdienst-Branchenverband BdKEP sagte zur Welt: "Der BdKEP stellt sich entschieden gegen die immer wieder auftauchenden Darstellungen in der Öffentlichkeit, dass Fahrer und Fahrerinnen regelmäßig Flaschen oder Ähnliches zur Verrichtung der Notdurft nutzen." Der Verband BIEK sieht ebenfalls keine Probleme, sondern befürchtet "gesamtwirtschaftlich und gesamtgesellschaftlich nachteilige Folgen" aufgrund einer zunehmend engmaschigeren Regulierung.

Ob die geplante Verordnung wirklich so umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hatte sich im letzten Jahr für ein Pakethöchstgewicht von 20kg eingesetzt - konnte sich mit einem radikalen Verbot jedoch nicht durchsetzen. Schwere Pakete sind auch in Zukunft erlaubt, müssen aber gekennzeichnet werden und per Sackkarre zugestellt werden.



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Vorschlag von Verdi: Unterwegs Pausenräume für Zusteller

So berichtete Paketda im Mai 2021

Die Gewerkschaft Verdi in NRW hat gegenüber Deutsche Post DHL mehrere Forderungen erhoben, um den Mitarbeiterschutz zu verbessern. Nach Ansicht von Verdi sei der Gesundheitszustand von Postbeschäftigten schlechter als in anderen Branchen. Deshalb verlangt die Gewerkschaft:

  • Kennzeichnung schwerer Pakete
  • Auslieferung schwerer Pakete durch zwei Zusteller
  • Pausenräume auf der Zustelltour
  • Gewichtsbegrenzung für die Maschine, die Maxibriefe sortiert
  • Mitarbeiter in Briefzentren sollen keine eintönigen Tätigkeiten ausführen

Laut Verdi sei es jetzt nach langen Verhandlungen gelungen, mit der Deutschen Post eine Betriebsvereinbarung zur Gefährdungsbeurteilung (Gebu) abzuschließen. Eine Gebu-Kommission, die u.a aus Vertretern des Arbeitgebers, des Betriebsrats und dem Betriebsarzt besteht, soll die Arbeitsabläufe von Postmitarbeitern untersuchen und analysieren.

Bei einer Arbeitsstättenbegehung wird beispielsweise aufgeschrieben, wie schwer die Behälter mit den Briefen sind, wie weit der Abstand zur nächsten Maschine ist und wie schnell das Sortierband läuft. Die Gebu-Kommission begleitet auch Zusteller auf ihrer Tour. Hierbei wird z.B. das Paketgewicht untersucht und die Entfernungen zu Haustüren. Anhand der gesammelten Daten werden anschließend Maßnahmen überlegt, um den Mitarbeiterschutz zu verbessern


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