Wunderpen: Diese Firma lässt handschriftliche Briefe vom Roboter schreiben

Screenshots aus Wunderpen-Youtube-Video
Wenn heutzutage Post im Briefkasten landet, handelt es sich überwiegend um Rechnungen, Werbebriefe oder Zeitschriften. Handgeschriebene Post gibt's vielleicht mal per Grußkarte aus dem Urlaub oder als Einladung zu einem runden Geburtstag.

Dass handschriftliche Post so selten ist und deshalb aufmerksamkeitsstark, macht sich die Wunderpen GmbH aus Berlin zu nutze. Deren Roboter schreiben mit Füllfederhaltern tausende oder hunderttausende Briefe, die so aussehen, als hätte sie ein Mensch verfasst.

Gewöhnliche Werbebriefe, die der Empfänger schon von außen als solche erkennt, wandern oft ungelesen ins Altpapier. Ist ein Brief hingegen handschriftlich adressiert und mit Füllfederhalter geschrieben, vermutet der Empfänger auf den ersten Blick keine Werbung.

Mit den Robotern von Wunderpen lassen sich handschriftliche Briefe wie am Fließband produzieren. Wie bei gewöhnlichen Serienbriefen wird der Roboter aus einer Adressdatenbank gespeist. Doch das Ergebnis sieht nicht wie ein typischer Werbebrief aus sondern wie ein echter handschriftlicher Brief.

Laut Horizont.net nutzte L'Oréal Deutschland die Wunderpen-Technik zum Versand von Werbepostkarten. Die Schreibdauer für eine Roboter-Postkarte soll bei ca. 3 Minuten gelegen haben. Das wäre auch für einen normalen Menschen machbar - allerdings nicht stundenlang und in stets gleichbleibender Schönschrift.

Laut Preiskalkulator auf der Wunderpen-Website kosten 1.000 Postkarten mit maximal 100 Zeichen ca. 2.240 Euro netto (ohne Umsatzsteuer und ohne Porto). Für 1.000 handgeschriebene A4-Briefe bis max. 500 Zeichen inkl. adressiertem Umschlag werden 3.530 Euro netto berechnet.

Zum Vergleich: Ein klassisches Mailing mit 1.000 Postkarten kostet bei Flyeralarm ca. 210 Euro netto (ebenfalls ohne Porto und ohne Umsatzsteuer).

Zu beachten ist auch, dass Werbepost (Dialogpost) eigentlich preiswert mit 28 Cent frankiert werden darf. Bei den Roboterbriefen könnte eine 28-Cent-Frankierung den Effekt eines privat anmutenden Briefs aber zunichte machen. Empfänger könnten stutzig werden, denn nur ein mit 80 Cent frankierter Brief kann tatsächlich von einem privaten Absender stammen.

L'Oréal war mit der Werbekampagne trotz der hohen Kosten "sehr zufrieden". Weitere Referenzkunden von Wunderpen sind z.B. der Trinkflaschenhersteller FLSK , das Berliner Schuhunternehmen Shoepassion und die Autohaus Berolina Gruppe.

Ergänzend sei noch auf schreibstatt.de und schreibfee.de hingewiesen, die ebenfalls handschriftliche Briefe anbieten. Nicht von Robotern sondern Menschenhand. Erstgenannter Anbieter ist auf Firmenkunden spezialisiert, und bei letzterem können auch Privatkunden "Schönschreibaufträge" aufgeben, zum Beispiel für den Versand einer Glückwunschkarte. Der Preis liegt bei ca. 8 Euro inkl. Porto.

Nachtrag: In den Kommentaren wies ein Leser auf den Anbieter Pensaki.com hin. Dort gibt es handschriftliche Roboter-Briefe in Kleinauflagen ab 5 Stück.

Erklärvideo von Wunderpen:


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