Was kosten eigentlich Werbestempel in Briefzentren?


Briefe, die in Briefzentren der Deutschen Post abgestempelt werden, bekommen links neben dem kreisrunden Poststempel häufig einen Zusatzaufdruck. Dieses sogenannte Werbeklischee kann zum Beispiel eine Sehenswürdigkeit der Absenderregion darstellen, oder es wird von Unternehmen zu Werbezwecken gebucht (Beispiele in der Grafik oben).

Welche Werbestempel in welchen Briefzentren eingesetzt werden, veröffentlicht die Deutsche Post regelmäßig in einer Broschüre unter shop.deutschepost.de.

Wie viel Geld müssen Unternehmen wohl bezahlen, damit ihre Werbung auf Briefe gestempelt wird? Ein Anhaltspunkt findet sich in der Rhein-Zeitung vom 5. Mai 2010 (nicht online verfügbar). Um die bevorstehende Bundesgartenschau in Koblenz zu bewerben, schlug die Koblenzer CDU vor, ein Werbeklischee im Briefzentrum Koblenz zu buchen. Die Rhein-Zeitung schrieb damals:

Die Buga-Werbung erziele so eine bundes-, sogar weltweite Wirkung. Und das bei geschätzten Kosten von 10.000 Euro - bei möglichen 15 Millionen Stempeln in sechs Monaten.

Im Jahr 2004 berichtete Die Welt über Werbestempel im Münchener Briefzentrum. 1961 kam dort erstmals ein Stempel mit dem Slogan "München - Stadt weltberühmter Biere" zum Einsatz (Abbildung bei Wikipedia).

Post-Pressesprecher Erwin Nier sagte zur Zeitung, dass pro Jahr ohne Weiteres "eine in aller Regel fünf- oder sechsstellige Summe" für Werbestempel berechnet wird. Daraus kann man schlussfolgern, dass der Betrag wohl bei 50.000 Euro beginnt und sogar 100.000 Euro übersteigen kann. Der genaue Preis sei laut Erwin Nier mengenabhängig und richte sich nach der Anzahl der pro Woche gestempelten Briefe.

Die Kosten lassen sich beeinflussen, indem nicht alle Stempelmaschinen mit dem Werbeklischee ausgestattet werden. Am nachfolgenden Ausschnitt aus der Post-Broschüre ist beispielsweise erkennbar, dass Werbung für Osnabrück nur für "1 Klischee von 4 möglichen Klischees" gebucht wurde.



Interessant ist außerdem, dass nicht jedes beliebige Unternehmen Werbestempel beauftragen kann. Im bereits erwähnten Welt-Artikel erklärt Post-Sprecher Nier, dass "keine Produktwerbung im engeren Sinne erlaubt" ist und auch keine rein kommerzielle Nutzung. Die Stempel seien "öffentlichen Trägern" vorbehalten.


  Zuletzt aktualisiert am   |   Autor:
Anzeige

✉ Verpassen Sie nichts mit dem Paketda-Newsletter: Kostenlos abonnieren per E-Mail oder bei Telegram