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Was kosten eigentlich Werbestempel in Briefzentren?


Briefe, die in Briefzentren der Deutschen Post abgestempelt werden, bekommen links neben dem kreisrunden Poststempel häufig einen Zusatzaufdruck. Dieses sogenannte Werbeklischee kann zum Beispiel eine Sehenswürdigkeit der Absenderregion darstellen, oder es wird von Unternehmen zu Werbezwecken gebucht (Beispiele in der Grafik oben).

Welche Werbestempel in welchen Briefzentren eingesetzt werden, veröffentlicht die Deutsche Post regelmäßig in einer Broschüre unter shop.deutschepost.de.




Kosten für Werbestempel auf Briefen

Unter www.deutschepost.de/werbestempel gibt es eine Broschüre mit einer Preisliste zum Download. Nachfolgend ein Auszug (Preise ohne Gewähr, Stand 5/2022).

Preisliste für Maschinenwerbestempel
Die genannten Preise gelten für einen Stempel in einem Briefzentrum. In Deutschland gibt es insgesamt 82 Briefzentren. Je nachdem, welche Region abgedeckt werden soll, müssen Auftraggeber ggf. mehrere Briefzentren buchen.

Außerdem gibt es in Briefzentren nicht nur eine Stempelmaschine, sondern mehrere. Die von der Deutschen Post garantierte Mindestanzahl liegt bei 25.000 Stempelabdrücken pro Tag. Das entspricht erfahrungsgemäß der Leistung einer einzigen Maschine.

Zu den oben genannten Buchungskosten kommen nach Paketda-Schätzung noch ca. 200 Euro hinzu für die Gestaltung und Produktion des Stempelabdrucks.


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Wer darf Maschinenwerbestempel buchen?

Die Deutsche Post akzeptiert nur Aufträge von Behörden, Städten, Gemeinden, gemeinnützigen Organisationen und sonstigen Betreibern von Einrichtungen, die der Allgemeinheit dienen. Dazu gehören auch Museen, Ausstellungen, Messen, Festivals und ähnliche Veranstaltungen.

Werbung für spezifische Produkte ist nicht zugelassen. Wird eine Veranstaltung oder Messe beworben, darf sie ebenfalls auf kein Produkt eines bestimmten Herstellers ausgerichtet sein.




Älterer Bericht über Werbestempel

Die oben genannten Daten, Fakten und Preise veröffentlichte Deutsche Post DHL erstmals im Frühjahr 2022. Vorher gab es kaum frei verfügbare Informationen über Werbestempel in Briefzentren.

Ein kleiner Anhaltspunkt fand sich in der Rhein-Zeitung vom 5. Mai 2010 (nicht online verfügbar). Um die damals bevorstehende Bundesgartenschau in Koblenz zu bewerben, schlug die Koblenzer CDU vor, ein Werbeklischee im Briefzentrum Koblenz zu buchen. Die Rhein-Zeitung schrieb:

Die Buga-Werbung erziele so eine bundes-, sogar weltweite Wirkung. Und das bei geschätzten Kosten von 10.000 Euro - bei möglichen 15 Millionen Stempeln in sechs Monaten.

Im Jahr 2004 berichtete Die Welt über Werbestempel im Münchener Briefzentrum. 1961 kam dort erstmals ein Stempel mit dem Slogan "München - Stadt weltberühmter Biere" zum Einsatz (Abbildung bei Wikipedia).

Post-Pressesprecher Erwin Nier sagte zur Zeitung, dass pro Jahr ohne Weiteres "eine in aller Regel fünf- oder sechsstellige Summe" für Werbestempel berechnet wird. Daraus kann man schlussfolgern, dass der Betrag wohl bei 50.000 Euro beginnt und sogar 100.000 Euro übersteigen kann. Der genaue Preis sei laut Erwin Nier mengenabhängig und richte sich nach der Anzahl der pro Woche gestempelten Briefe.

Die Kosten lassen sich beeinflussen, indem nicht alle Stempelmaschinen mit dem Werbeklischee ausgestattet werden. Am nachfolgenden Ausschnitt aus der Post-Broschüre ist beispielsweise erkennbar, dass Werbung für Osnabrück nur für "1 Klischee von 4 möglichen Klischees" gebucht wurde.



Interessant ist außerdem, dass nicht jedes beliebige Unternehmen Werbestempel beauftragen kann. Im bereits erwähnten Welt-Artikel erklärt Post-Sprecher Nier, dass "keine Produktwerbung im engeren Sinne erlaubt" ist und auch keine rein kommerzielle Nutzung.


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