Wallraff kritisiert UPS Langenhagen

Die Fronten bei UPS in Langenhagen (bei Hannover) sind verhärtet. Undercover-Reporter Günther Wallraff tauchte kürzlich bei einer Gewerkschafts-Kundgebung in Langenhagen auf. In einem Bericht des NDR sagte er: "Da, wo in dem Konzern die Kollegen einen Betriebsrat gründen wollen, einen unabhängigen Betriebsrat, der nicht vom Konzern geleitet und befehligt wird, da wird zurzeit eine Repression nach der anderen gestartet. Da werden Abmahnungen konstruiert. Da werden unter Vorwänden auch Kollegen aus dem Betrieb entfernt. Hier gerade in Hannover Langenhagen sind die Kollegen zurzeit so bedrängt, dass sie unsere Solidarität brauchen."

Wallraff kündigte an, sich in Kürze mit dem Deutschland-Chef von UPS zu treffen, um die Sachlage zu besprechen. UPS weist die Vorwürfe als unbegründet zurück.

Schon im Mai 2014 hatten sich einige Mitarbeiter von UPS Langenhagen an die Redaktion des NDR gewandt. Sie berichteten von Druck und Überlastungen beim Paketdienst. Viele haben nur Teilzeitverträge, müssten aber Vollzeit arbeiten und Überstunden machen. Dem Betriebsrat wird vorgeworfen, zu eng mit der UPS-Geschäftsführung zusammenzuarbeiten. Als ein unabhängiger Betriebsrat mit Hilfe der Gewerkschaft Verdi gebildet werden sollte, wurde dieser Antrag wegen formaler Mängel abgelehnt. Zusätzlich sollen die Mitarbeiter, die den Betriebsrat gründen wollten, anschließend vermehrt Abmahnungen erhalten haben.

Geschäftsführung und Betriebsrat von UPS wiesen die im Mai erhobenen Vorwürfe zurück. Es gebe keinen Druck auf Mitarbeiter und Teilzeitverträge seien branchenüblich. Die Abmahnungen hätten außerdem nichts mit der Gründungsabsicht eines neuen Betriebsrates zu tun. Als der NDR im Oktober 2014 nachhakte, ob sich etwas bei UPS verbessert habe, erklärte ein Verdi-Sprecher: Es gab Erfolge bei den unberechtigten Abmahnungen. Ein Gericht hat UPS verurteilt, Abmahnungen aus der Personalakte zu entfernen.

UPS selbst teilte mit, dass die Vorwürfe der Mitarbeiter untersucht wurden, aber kein Fehlverhalten festgestellt werden konnte. UPS halte sich an gesetzliche Vorschriften und Auflagen. Von den Abmahnungen sei lediglich eine auf Gerichtsbeschluss zurückgenommen worden. Eine weitere Abmahnung habe UPS von sich aus zurückgezogen.

Screenshot aus NDR-Beitrag (in Mediathek inzwischen nicht mehr abrufbar):


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