Deutsche Post will Wahlbriefe teurer machen

Rote Wahlbriefumschläge
Die Deutsche Post will den Abrechnungsaufwand bei Wahlbriefen reduzieren. Städte und Kommunen sollen künftig die Versandart "Response Plus" nutzen. Hierbei wird ein Datamatrix-Code oberhalb der Empfängeranschrift eingedruckt. Anhand dieses Codes können Wahlbriefe in den Sortierzentren automatisch gezählt und abgerechnet werden.

Bei den bevorstehenden Bundestagswahlen 2021 werden die Wahlbriefe i.d.R. manuell von der Post gezählt und am Ende der Wahl abgerechnet. Diesen Aufwand will sich die Deutsche Post in Zukunft zusätzlich vergüten lassen.

Das geht aus einem PDF hervor, das die Post an Wahlveranstalter herausgegeben hat.

Bepreisung in Planung bei Wahlbriefe ohne Response Plus
In der Spalte zu Response Plus erscheint der Hinweis "Keine zusätzlichen Kosten", während bei der klassischen Abrechnungsvariante "Bepreisung in Planung" vermerkt ist.

Zeitpunkt und Höhe der Bepreisung sind unklar, aber offenbar gibt es bei der Post konkrete Absichten, Wahlbriefe teurer zu machen.

Es sei denn, Kommunen und Städte steigen auf Response Plus um. Dann müssten Wahlbriefumschläge aber hellrosa gestaltet werden. Die Post erlaubt "eine Farbsättigung von maximal bis 30 Prozent ohne Schwarzanteile". Anderenfalls würde sich der Datamatrixcode zu wenig vom Umschlag abheben und könnte nicht automatisch gelesen werden. Eine Alternative wäre ein dunkelroter Umschlag mit einem weiß hinterlegten Adressfeld.

► Fazit: Die Deutsche Post nimmt mit Wahlbenachrichtigungen und der Briefwahl zig-Millionen Euro Porto ein. Außerdem gewährt sie Städten und Kommunen für Wahlbriefe keinen Rabatt. Abgerechnet wird das gewöhnliche Standard- bzw. Kompaktbriefporto. Wenn der manuelle Abrechnungsaufwand bei der Post zu hoch ist, sollte sie dafür nicht den Staat zur Kasse bitten, sondern pro Briefzentrum eine Briefzählmaschine kaufen.


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