DHL will Pakete auch in Berlin auf dem Wasser transportieren

Gegenüber der DPA hat Deutsche Post DHL bestätigt, "einzelne Pakettransporte in der Hauptstadt über den Wasserweg abzuwickeln". Dazu soll in Berlin eines oder mehrere Postschiffe auf der Spree eingesetzt werden. Der Postkonzern befinde sich "hierzu in intensiven Gesprächen mit Partnern und Behörden."

Laut Berliner Morgenpost sei denkbar, dass DHL-Pakete im Westhafen oder in Treptow verladen werden und von dort zu verschiedenen Anlegestellen im Berliner Stadtgebiet transportiert werden. Das Schiff soll über Solarzellen mit Strom versorgt werden, berichtet golem.de.


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Hamburg: DHL möchte Pakettransport per Lastschiff testen

So berichtete Paketda im Februar 2022


Deutsche Post DHL wird in Hamburg vielleicht Pakete mit einem Lastschiff transportieren. "Im Moment läuft hierzu ein Antrag bei der EU", sagt Stefan Eckelmann, Chef der Deutschen Post DHL Niederlassung in Hamburg.

Durch den Transport auf dem Wasser lassen sich Staus auf der Straße umgehen. Außerdem können evtl. CO2-Emissionen eingespart werden, weil das Lastschiff batteriebetrieben fahren soll. Die Transportstrecke führt aus einem Industriegebiet, wo viele Paketzentren angesiedelt sind, in die Hamburger City.

Das Fraunhofer-Center für Maritime Logistik und Dienstleistungen (FCML) hat eine Machbarkeitsstudie erstellt, um den wirtschaftlichen Betrieb einer sogenannten "Water Cargo Barge" (WaCaBa) zu untersuchen (vgl. hamburg.de).

Das Fazit der Studie ist durchwachsen. Die Wissenschaftler bemängeln, dass die Liefergeschwindigkeit auf dem Wasserweg durch "die Schleusenöffnungszeiten und die geringe Reisegeschwindigkeit der WaCaBa" kaum schneller sei als die eines im Stau befindlichen LKW.

DHL-Niederlassungsleiter Eckelmann: "In Venedig oder London gibt es ja schon kleine DHL-Boote, die Lieferungen an zentrale Stellen in der Stadt bringen. (...) Wir müssen aber auch ehrlich sein und uns überlegen, wie so etwas überhaupt wirtschaftlich rentabel umgesetzt werden könnte."

Die Machbarkeitsstudie geht davon aus, dass für den wirtschaftlichen Betrieb der WaCaBa eine Fahrt für ca. 1.000 Euro verkauft werden muss bei 460 Fahrten im Jahr. Die von FCML befragten Paketdienste GLS, DPD, UPS und Hermes äußerten sich zurückhaltend, so dass von lediglich 230 Fahrten im Jahr ausgegangen wird, was nicht wettbewerbsfähig im Vergleich zu LKW wäre.

Ein Manko ist auch die schlechte Volumeneffizienz des Lastschiffs. Großvolumige Pakete nehmen zu viel Platz weg. Aufgrund der niedrigen Brücken im Hamburger Stadtgebiet ist die Ladehöhe auf 2,5 Meter begrenzt. Fazit der Machbarkeitsstudie: "Insgesamt wird durch die Analyse deutlich, dass die WaCaBa insbesondere bei dem in dieser Studie favorisierten Szenario, der Anbindung von Billbrook mit seinen KEP-Dienstleistern und der Hamburger Innenstadt, deutlich weniger LKW ersetzen kann, als wenn sie z.B. mit einem Massengut (z.B. Kaffee, Baumaterialien) fahren würde."

Einen Vorteil könnte das Schiff hingegen in der Innenstadt ausspielen, weil dort Lagerflächen knapp sind. Die WaCaBa könnte eventuell als "schwimmendes Mikrodepot" eingesetzt werden. In den Paketzentren könnten Wechselcontainer vorgepackt werden, die anschließend in der City vom Schiff auf Lastenräder verladen werden.

Bis das Schiff zum ersten Mal ablegt, vergehen sicherlich einige Jahre. Es muss zunächst gebaut werden, außerdem müssen Wasserwege instandgesetzt werden und Zugänge von Paketzentren zum Wasser geschaffen werden.

Weitere Informationen: fraunhofer.de | hamburg-logistik.net | abendblatt.de | dpdhl.com



Meldung vom April 2022

UPS erprobt den Transport von LKW-Trailern auf einer Barge im Hafen von New York.


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