Lange Lieferverzögerungen bei Paketen von der US-Westküste

Fahrzeug von USPS
Im Paketda-Forum gibt es seit Wochen Beschwerden über USPS-Pakete, die in Sortierzentren festhängen. Betroffen sind Miami, Los Angeles und San Francisco. Einige Pakete hängen seit Ende April fest. Von der US-Ostküste mit Export via New York sind solche extremen Verzögerungen nicht bekannt.

Die niederländische Postgesellschaft PostNL beschreibt auf ihrer Website die Situation genauer. Demnach gibt es keine Direktflüge zur US-Westküste (Los Angeles und San Francisco) und zur Südostküste (Miami).

Außerdem soll es aufgrund von Krankmeldungen vieler USPS-Mitarbeiter einen Paketstau geben, der Verzögerungen von 6 Wochen verursacht. Bei Sendungen in die USA soll es vorkommen, dass Sendungen keinen Scan erhalten und die Ankunft in den USA im Tracking nicht erscheint.

Nachfolgend der Wortlaut der PostNL-Meldung.

At this moment we experience delays of the delivery of mail and parcels to the US West-coast and US South-east. This is caused by the ability to only use indirect flight options to San Francisco and Miami Airport. Besides this the following events also impacts the quality and transit times of the delivery:

Shortage of staff: The United States Postal Services (USPS) deals with a major backlog in their offices of exchange. In some cases this results into delays of 6 weeks or more. Besides the Corona measurement of operating in a safe environment this is caused by many employees reporting sick.

Missing tracking events: a side effect is that to swiftly work away the backlog, bag labels are not always scanned at arrival in the US. So although track and trace says something else there is a big chance shipments already reached the US.


USPS hat am 1. Juni auch eine eigene Pressemeldung herausgegeben (hier als PDF). Darin bezieht sich USPS nicht auf Pakete nach Deutschland sondern in Richtung Österreich, Schweiz, Dänemark und weitere europäische Länder.

Am 20. Mai exportierte USPS in 6 Containern ca. 6.300 Postsendungen mit einem Gewicht von 37 Tonnen nach Rotterdam. Das Schiff soll Rotterdam ungefähr am 15. Juni erreichen. Entladung, Verzollung und Weitertransport zum Empfänger dauern danach noch ca. 1,5 Wochen.

Eine Woche vorher, am 15. Mai, startete schon ein anderer Seefracht-Transport aus den USA nach Rotterdam, der dort am 9. Juni erwartet wird. Es befinden 22 Container mit 24.013 Sendungen an Bord. Auch hier gilt, dass keine für Deutschland bestimmten Sendungen verschifft wurden. Quelle: PDF-Pressemeldung.

Pressemeldung von USPS


Nachtrag vom 03.06.2020
In einem Bericht bei aircargonews.net wird ein amerikanischer Versandhändler zitiert, der sich über 5 bis 10 Wochen Lieferzeit nach Europa beklagt. Ein anderer Versandhändler hat festgestellt, dass kürzlich abgeschickte Pakete bereits exportiert wurde, vor längerer Zeit abgeschickte Pakete aber offenbar bei USPS verstauben. Basierend auf den Trackingdaten seiner Pakete seien bislang nur 10% des Rückstands abgearbeitet worden.

Neben Seefracht-Transporten setzt USPS auch gechartete Luftfracht-Maschinen ein. Die Kosten sollen aktuell 89% höher liegen als im letzten Jahr, nämlich bei $1,97 pro Kilogramm.


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