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UPS führt Empfängergebühren wieder ein: Adressänderung kann mehr als 20 Euro kosten

Die neuen UPS-Gebühren für Zustelländerungen

UPS verlangt in Deutschland wieder Geld von Paketempfängern, wenn sie die Zustelladresse einer laufenden Sendung ändern möchten. Ähnliche Gebühren waren bereits im Februar 2026 kurzzeitig aufgetaucht und nach etwa einer Woche kommentarlos wieder verschwunden. Jetzt ist klar: UPS hat das Modell offiziell eingeführt. Und zwar mit einem komplizierten Preissystem.

Seit dem 26. August 2026 kostet die Änderung der Zustelladresse über UPS MyChoice grundsätzlich 4,00 Euro netto. Wer die Änderung ohne MyChoice-Konto als Gast durchführt, zahlt 4,50 Euro netto. Telefonisch werden 6,00 Euro netto berechnet.

In der Praxis kann es jedoch erheblich teurer werden. Paketda hat die neue Funktion getestet und außerdem Screenshots von Lesern erhalten. Dabei zeigt sich: Muss das Paket wegen der neuen Adresse in ein anderes UPS-Zustellgebiet beziehungsweise zu einem anderen Depot transportiert werden, kommen zusätzliche Transportkosten hinzu.



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Mehr als 20 Euro für eine Adressänderung

Bei einem Paketda-Test sollte eine ursprünglich nach Hamburg adressierte Sendung nach Wuppertal umgeleitet werden. In der UPS-App wurden dafür 4,00 Euro für die eigentliche Zustelländerung und zusätzlich 16,19 Euro Transportkosten angezeigt. Gesamtpreis: 20,19 Euro.

Anders sah es bei einer Adressänderung innerhalb des Hamburger Zustellgebiets aus. Sollte das Paket an eine wenige Kilometer entfernte Anschrift in Hamburg geliefert werden, ließ sich die Änderung komplett kostenlos durchführen.

Das deutet darauf hin, dass UPS zwischen Änderungen innerhalb desselben Zustellgebiets und einer Weiterleitung in ein anderes Zustellgebiet unterscheidet. Eine genaue Erklärung dieser Berechnungslogik veröffentlicht UPS in seiner Preistabelle (PDF) allerdings nicht.


Auch ein kostenloser Access Point kann Transportkosten verursachen

Besonders überraschend ist die Umleitung an einen UPS Access Point. Diese Zustelloption wird in der UPS-App grundsätzlich als kostenlos angeboten.

In einem Paketda-Test sollte eine nach Hamburg adressierte Sendung jedoch zu einer UPS-Paketstation in Lüneburg umgeleitet werden. Für die eigentliche Zustelländerung berechnete UPS tatsächlich 0,00 Euro. Trotzdem erschienen 16,19 Euro Transportkosten aufgrund des Wechsels des zuständigen UPS-Depots.

Wer sein Paket lediglich an einen nahegelegenen UPS Access Point umleitet, dürfte davon normalerweise nicht betroffen sein. UPS weist die Weiterleitung an einen Access Point über UPS.com oder My Choice in seiner offiziellen Tabelle mit 0 Euro aus.


MyChoice-Nutzer zahlen etwas weniger

Ein weiterer Leser-Screenshot zeigt für die Option "An eine neue Adresse zustellen" einen Preis von 5,36 Euro.

Dieser Betrag lässt sich mit der offiziellen UPS-Tabelle erklären: Für Nutzer ohne MyChoice-Konto kostet eine Adressänderung über UPS.com 4,50 Euro netto. Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer ergeben sich daraus 5,36 Euro.

Registrierte Nutzer von UPS My Choice zahlen dagegen 4,00 Euro netto beziehungsweise 4,76 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Die Registrierung bei UPS My Choice selbst ist kostenlos möglich in der UPS-App oder unter ups.com/mychoice.

Die komplette Preisliste gibt es hier auf ups.com als PDF.

Änderung des Liefertags bleibt kostenlos

Interessant ist auch der Vergleich mit dem ersten Gebührenversuch im Februar 2026. Damals verlangte UPS nicht nur für eine neue Lieferadresse Geld, sondern auch für die Änderung des Zustelldatums. Diese Gebühr ist im jetzigen Modell wieder verschwunden.

Wer den Liefertag online über UPS.com oder UPS My Choice ändert, zahlt laut aktueller Preisliste nichts. Das deckt sich mit Praxistests von Paketda. Lediglich eine telefonisch beauftragte Änderung kostet 6 Euro netto.

Im Februar hatte UPS bereits für kurze Zeit Empfängergebühren eingeführt. Damals kosteten sowohl die Änderung des Zustelldatums als auch die Änderung der Lieferadresse über MyChoice 3,50 Euro netto beziehungsweise 4,17 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Rückblickend erscheint es nun plausibel, dass die damaligen Gebühren ein Markttest oder eine versehentlich zu frühe Einführung waren.


Auch Versender können Zustellungen ändern

UPS hat mit dem neuen Preismodell auch die Möglichkeiten für Absender erweitert. Versender können unter anderem eine Änderung des Zustelldatums, eine neue Lieferadresse oder die Rücksendung einer Sendung an den Absender veranlassen.

Außerdem können Versender die Kosten einer Zustelländerung übernehmen, damit diese nicht vom Empfänger bezahlt werden müssen. UPS fasst diese Funktionen unter dem Namen "UPS Delivery Intercept" zusammen.

Fazit: Der Preisliste ist zu entnehmen, dass die neuen MyChoice-Gebühren in mehreren europäischen Ländern eingeführt wurden. Das spricht dafür, dass die Entscheidung auf europäischer oder globaler Konzernebene getroffen wurde und die deutsche UPS-Zentrale wenig Einfluss hat. Die Gebühren bleiben vermutlich langfristig erhalten.

In Deutschland betritt UPS jedoch absolutes Neuland, denn kein Wettbewerber erhebt Empfängergebühren. Die Tatsache, für eine Zustelländerung bezahlen zu müssen, dürfte deshalb viele Verbraucher abschrecken – oder womöglich die Grundlage bereiten, dass andere Paketdienste in Zukunft mit einem ähnlichen Preismodell nachziehen. In den USA bietet UPS sogar eine Flatrate an: für 19,99 Dollar im Jahr können Kunden unbegrenzt Zustelländerungen vornehmen.


Vielen Dank an die Paketda-Leser Markus, Samuel und Vincent für ihre Informationen.



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UPS-Wunschzustellung kostet plötzlich Geld

Nachfolgend die Paketda-Berichterstattung vom Februar 2026. Damals wurden die Empfängergebühren nach ca.1 Woche wieder deaktiviert.

UPS verlangt in Deutschland erstmals Gebühren direkt von Empfängern für bestimmte Wunschzustellungen. Wer das Lieferdatum oder die Zustelladresse ändern möchte, muss 4,17 Euro pro Paket bezahlen. Damit geht UPS einen Schritt, den sich andere Paketdienste in Deutschland nicht trauen: Empfänger zur Kasse zu bitten.

Kostenpflichtig sind jetzt folgende UPS-MyChoice-Serviceoptionen:

  • Änderung des Lieferdatums
  • Änderung der Zustelladresse

In der UPS-App werden zunächst 3,50 Euro Gebühren angezeigt. Hinzu kommt aber die gesetzliche Umsatzsteuer, sodass sich ein Endpreis von 4,17 Euro ergibt. Die Gebühr wird nur dann belastet, wenn UPS die gewünschte Änderung tatsächlich umsetzt. Wird beispielsweise ein gebuchter Wunschtag irrtümlich missachtet, erfolgt keine Abbuchung.

Kostenlos bleiben weiterhin folgende Zustelloptionen:

  • Zustellung an einen Nachbarn
  • Abstellerlaubnis erteilen
  • Pakete an einen UPS Access Point (Paketshop oder Paketstation) umleiten

Aus Verbrauchersicht wirkt die Gebühr eher abschreckend und dürfte die Nachfrage nach Wunschzustellungen spürbar senken. Die Folge wären mehr erfolglose Zustellversuche, die für UPS zusätzliche Kosten verursachen. Damit stellt sich die Frage, ob die Strategie wirtschaftlich aufgeht. Es ist denkbar, dass die Folgekosten durch vergebliche Zustellfahrten die zusätzlichen Einnahmen übersteigen.

Möglicherweise wurden die Empfängergebühren vom UPS-Management in den USA für den deutschen Markt "verordnet", ohne lokale Gegebenheiten zu berücksichtigen. In der Vergangenheit haben andere Paketdienste nämlich keine guten Erfahrungen damit gemacht, von Empfängern Geld zu kassieren.

  • DHL bot 2011 einen SMS-Service für die Lieferung am Wunschtag an. Der Preis lag bei 1,49 Euro.
  • DPD kündigte 2017 eine kostenpflichtige Zeitfensterzustellung für 2,50 Euro an, setzte diese jedoch nie um.
  • Auch GLS hatte kostenpflichtige Optionen zeitweise in den AGB vorgesehen, führte sie aber nicht ein.

Der hohe Einstiegspreis von 4,17 Euro könnte ein Indiz dafür sein, dass UPS zunächst die Zahlungsbereitschaft testet. Vielleicht werden die Gebühren alle 1-2 Monate schrittweise gesenkt, um den optimalen Preispunkt zu finden. Aufgrund der hohen Preissensibilität deutscher Kunden könnte sich jedoch herausstellen, dass Empfängergebühren in Deutschland kaum durchsetzbar sind.

Bestimmte UPS-Wunschoptionen kosten jetzt Geld


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