Am Kölner FedEx-Standort kommt seit Kurzem ein KI-gesteuerter Sortierroboter zum Einsatz. Laut FedEx handelt sich dabei um den ersten Roboter dieser Art im europäischen Netzwerk des Unternehmens. Ziel ist es, operative Prozesse effizienter zu gestalten und Mitarbeiter bei körperlich belastenden Aufgaben zu entlasten.
Der Roboterarm ist in einem abgeschirmten Bereich an der Sortieranlage für kleine Pakete installiert. Er übernimmt dort die automatisierte Sortierung leichter Sendungen bis 4 Kilogramm, insbesondere Dokumente und kleinere Päckchen. Die Leistung beträgt bis zu 1.000 Sendungen pro Stunde. Der Roboter wurde vom niederländischen Hersteller Hellebrekers B.V. geliefert.
Bereits seit mehreren Jahren erprobt FedEx weltweit den Einsatz robotischer Systeme. In den USA begann das Unternehmen 2020 mit Roboterarmen im Hub Memphis, weitere folgten unter anderem in New York, Las Vegas und Ohio. Auch in Singapur und Südchina sind vergleichbare Systeme im Einsatz.
Automatisierung als Branchentrend
Vor ungefähr drei bis vier Jahren begannen Paketdienste mit der Erprobung von Sortierrobotern. Mittlerweile scheint die Technik alltagstauglich zu sein, weil sie immer häufiger eingesetzt wird.
GLS Niederlande testet seit Oktober 2024 am Standort Utrecht den sogenannten Robotic Singulator ROSI, entwickelt vom niederländischen Systemintegrator AWL. Das System erkennt mit Hilfe von Kameras und KI-Technologie einzelne kleine Pakete in einem Paketberg und legt sie vereinzelt auf das Förderband eines Minisorters. Laut GLS erreicht ROSI eine Sortierleistung von etwa 1.600 Sendungen pro Stunde und kann Pakete bis zu fünf Kilogramm Gewicht verarbeiten.
Die Pilotinstallation in Utrecht dient als Testumgebung für die gesamte GLS-Gruppe. Aufgrund des begrenzten Platzangebots eignete sich der Standort besonders gut für eine kompakte Roboterlösung. Parallel testet AWL dort weitere Technik, darunter einen neuartigen Greifer für empfindlichere Pakete.
DHL Express hat bereits im Jahr 2021 robotische Sortiersysteme mit dem Namen DHLBot eingeführt - zunächst in Singapur und Südkorea. Die gemeinsam mit dem Unternehmen Dorabot entwickelten Roboter arbeiten mit 3D-Kameras und Barcodescannern, um kleine Pakete zu erkennen und in definierte Zielbehälter zu sortieren. Die Sortierleistung liegt bei etwa 1.000 Sendungen pro Stunde mit einer Genauigkeit von rund 99%.
Ziel ist eine Steigerung der Effizienz um mindestens 40% gegenüber manuellen Prozessen. Die DHLBots kommen besonders in Hochlastzeiten zum Einsatz und sollen die Fehlerrate beim Sortieren reduzieren.
Auch FedEx investiert seit mehreren Jahren in Sortierroboter. Neben dem neuen Standort in Köln kommen ähnliche Systeme bereits in Singapur, Südchina und in den USA zum Einsatz. In Singapur wurde Ende 2022 ein KI-gesteuerter Roboterarm vorgestellt, der bis zu 1.000 Sendungen pro Stunde verarbeiten kann. Die Sortiergenauigkeit liegt laut FedEx bei über 98,5%.