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Geplante Portoerhöhung der Schweizerischen Post größtenteils verboten

© Foto: Graf
Lieferwagen der Schweizerischen Post in Basel, Rümelinsplatz

Die Schweizerische Post wollte zum 1. Januar 2026 Portoerhöhungen im Umfang von rund 71 Millionen Franken umsetzen. Doch der amtliche Preisüberwacher hat einen Großteil davon gestoppt. Nur etwa 21 Millionen Franken dürfen realisiert werden. Außerdem werden Privatkunden durch 5 CHF Postguthaben entlastet.

Der Eingriff des Preisüberwachers (ähnlich der Bundesnetzagentur in Deutschland) war notwendig, weil die geplante Preiserhöhung nicht in einem sinnvollen Verhältnis zur tatsächlichen wirtschaftlichen Lage der Post stand. Sie hätte die Verbraucher finanziell belastet, obwohl das Unternehmen gleichzeitig solide Gewinne schreibt.

Besonders deutlich ist die Wirkung des Preisüberwachers bei Privatkunden-Briefsendungen. Die Post plante hier teils kräftige Aufschläge, unter anderem:

  • A- und B-Post-Briefe: Ein geplanter Aufschlag von 10 bis 20 Rappen pro Sendung wurde vollständig untersagt.
  • Postfachgebühren: Der Jahrespreis für Standard- und Vereins-Postfächer sollte um 45 Franken steigen. Wurde verboten.
  • Gratiszeitungen: Die Zustellung der taggenauen E+1-Gratiszeitungen sollte um 3% teurer werden - ebenfalls gestoppt.
  • Kleinwarensendungen international: Statt einer Erhöhung um 1 Franken pro Stück darf die Post lediglich 50 Rappen aufschlagen.

Insgesamt wurde ein Preiserhöhungspaket von 50,1 Millionen Franken abgelehnt. Erlaubt sind lediglich Preisanpassungen im Umfang von 20,8 Millionen Franken, und zwar:

  • PostPac Economy: +0.50 CHF bei allen Gewichtsstufen
  • B-Post Massensendungen (Erhöhung um 1-3 Rappen), unadressierte Werbesendungen, PostPac Economy, Press international
  • Weitere Anpassungen gelten z.B. für Express, ThermoCare-Produkte und Mehrwegverpackungen (Dispobox)

Stefan Meierhans hat das Amt des Preisüberwachers inne


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Kunden erhalten Gutschriften und Rabatte

Die Preiserhöhungen sollen für Endkunden "ergebnisneutral" bleiben, deshalb gibt es folgende Kompensations-Maßnahmen der Schweizerischen Post:

  • Privatkunden erhalten 5 Franken Wertguthaben im Post-Wallet, sofern sie zwischen dem 1.12.2025 und 28.2.2026 ein Inlandspaket online oder per App frankieren.
  • Privatkunden profitieren im Jahr 2026 von kostenlosen Paketabholungen für online oder via App frankierte Priority- und Economy-Sendungen (kostet sonst 4,50 CHF).
  • Geschäftskunden: Erhöhter Online-Rabatt von 2,00 CHF (statt 1,50 CHF) bei PostPac Economy vom 1. Januar bis 30. Juni 2026

Während sich der Preisüberwacher erfolgreich gegen übermäßige Portoerhöhungen gestellt hat, spart die Schweizerische Post an anderer Stelle. Sie passt zum 11. August 2025 die Leerungszeiten von 700 Briefkästen an. Künftig erfolgt die Leerung morgens während der Zustelltour, statt wie bisher oft am späten Nachmittag. Separate Leerungsfahrten am Nachmittag können dadurch eingespart werden.

Besonders aufschlussreich ist auch ein Satz im offiziellen Blogpost der Post: "Wenn die Menge an Briefen in den gelben Briefkästen kontinuierlich abnimmt, kommt als nächster Schritt gar ein Abbau in Frage?" Dies verneint die Post nicht, sondern hält sich eine Reduzierung der Briefkästen offen. Zitat: "Die Post richtet ihre Leistungen konsequent an den realen Bedürfnissen der Bevölkerung aus. Daher prüft sie auch weitere Massnahmen."


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