Die Schweizerische Post ändert zum 1. Januar 2027 ihr Briefangebot und erhöht zahlreiche Preise. Besonders deutlich fällt die Verteuerung bei Briefen zwischen 51 und 100 Gramm aus: Sie gelten künftig nicht mehr als Standardbrief, sondern als Midibrief. Daneben führt die Post einen neuen Volumenbrief mit Sendungsverfolgung ein.
Hintergrund der Änderungen sind nach Angaben der Post sinkende Briefmengen und steigende Stückkosten. In den vergangenen 20 Jahren habe sich die Briefmenge nahezu halbiert. Für 2025 beziffert die Post den dadurch verursachten Ertragsrückgang auf 85 Millionen Franken.
Bislang dürfen A-Post- und B-Post-Standardbriefe maximal 100 Gramm wiegen. Ab Januar 2027 endet diese Gewichtsstufe bereits bei 50 Gramm. Sendungen zwischen 51 und 500 Gramm werden dem Midibrief zugerechnet.
Gleichzeitig steigen die Portopreise. Ein schneller A-Post-Standardbrief kostet statt 1,20 Franken künftig 1,40 Franken (ca. 1,50 Euro). Bei der langsameren B-Post steigt der Preis von 1,00 auf 1,10 Franken (ca. 1,17 Euro). Ein Standardbrief aus der Schweiz nach Europa wird statt 1,90 Franken künftig 2 Franken kosten (ca. 2,14 Euro).
Besonders stark verteuern sich Briefe zwischen 51 und 100 Gramm. Ein solcher A-Post-Brief kostet derzeit 1,20 Franken. Ab 2027 werden 1,70 Franken fällig, also 42% mehr. Bei B-Post steigt der Preis von 1,00 auf 1,35 Franken und damit um 35%.
Bei schwereren Midibriefen fällt die Entwicklung moderater aus. A-Post zwischen 101 und 500 Gramm bleibt bei 1,70 Franken. B-Post wird sogar etwas günstiger und kostet künftig 1,35 statt 1,40 Franken. Großbriefe verteuern sich dagegen von 2,50 auf 2,75 Franken bei A-Post sowie von 2,00 auf 2,25 Franken bei B-Post.
Neuer Volumenbrief ersetzt Formatzuschlag
Eine weitere Neuerung ist der sogenannte Volumenbrief. Er ersetzt den bisherigen Formatzuschlag für Standard- und Midibriefe, die mehr als 2 und höchstens 5 Zentimeter dick sind.
Der Volumenbrief darf bis zu 500 Gramm wiegen und maximal das Format B5 haben. Anders als ein gewöhnlicher Brief erhält er einen Barcode und kann digital verfolgt werden. Der einheitliche Preis beträgt 5,20 Franken. Vorfrankierte Sendungen mit Barcode, beispielsweise über WebStamp (Internetmarke), erhalten einen Rabatt von 1 Franken.
Bisher wurde bei dicken Briefen der normale Briefpreis zuzüglich eines Formatzuschlags von zwei Franken berechnet.
Einschreiben nur noch bis 2 cm Dicke
Auch Einschreiben werden bei der Schweizerischen Post teurer. Der Listenpreis steigt von 6,80 auf 7,00 Franken. Gleichzeitig verschärft die Post die Formatgrenzen: Einschreiben dürfen künftig höchstens 2 cm dick sein, bislang waren 5 cm erlaubt. Wer etwas Dickeres als 2 cm versenden möchte und eine Empfängerunterschrift benötigt, muss die Versandart Paket nutzen.
Eine Alternative wäre theoretisch auch der neue Volumenbrief mit Sendungsverfolgung. Allerdings gibt es bei dieser Versandart keine Empfängerunterschrift.
SameDay und Maxibrief Intl. werden eingestellt
Bei Paketen entfällt der taggleiche SameDay-Versand für Privatkunden. Als Begründung nennt das Unternehmen die geringe Nachfrage.
Außerdem wird die Versandart Maxibrief beim Auslandsversand abgeschafft. Hintergrund sind geänderte Vorgaben des Weltpostvereins. Internationale Briefe dürfen künftig maximal 3 cm dick sein. Darüber hinaus muss die Versandart "Kleinwaren International" verwendet werden.
Quelle: site.post.ch