RWTH Aachen entwickelt mobile Lieferroboter


Autonome Lieferfahrzeuge sind gefühlt das Trendthema Nummer 2 in der Logistik. Noch mehr Aufmerksamkeit bekommen nur Lieferdrohnen - aber bis die massentauglich und wirtschaftlich nutzbar werden, vergeht sicherlich noch ein Jahrzehnt.

Bei autonomen Lieferfahrzeugen ist die technische Entwicklung schon weiter fortgeschritten. Den jüngsten Versuch gab es im Umfeld der Bundesgartenschau 2019 in Heilbronn. Dort wurde eine Renz-Paketstation auf einen fahrbaren Untersatz geschraubt, um selbstständig Lieferadressen anzusteuern. Eines der Probleme: Die fahrbare Paketstation kann keine Bordsteine überwinden, so dass im gesamten Testgebiet Bordsteine abgesenkt werden mussten. Quelle: www.stimme.de

Das Institut für Kraftfahrzeuge Aachen (ika) an der RWTH plant nun die Entwicklung eines ähnlichen Roboters, der "bordsteintauglich" sein soll. Genauer gesagt werden sogar 3 Fahrzeuge entwickelt, die mit gemeinsamer Basis und unterschiedlichen Aufbauten mehrere Anwendungsbereiche abdecken.

Am Prototyp einer fahrbaren Paketstation beteiligt sich der Paketboxen-Hersteller Kern (www.kernworld.com). Das Aachener System funktioniert wahrscheinlich ähnlich wie in Heilbronn: Sobald der Lieferroboter vor der Tür steht, erhalten Kunden eine Nachricht per App und können das Paket abholen.

Ein weiterer Anwendungsfall des ika-Roboters ist ein Lastenträger für Privatleute. Damit können zum Beispiel schwere Einkaufstaschen oder großvolumige Pakete nach Hause transportiert werden (siehe Abbildung oben). Das Mikromobil fährt nicht vollständig autonom sondern folgt einem vorausgehenden Menschen. Das Gerät soll so klein sein, dass es "in Bussen und Bahnen mitgenommen werden" kann. Quelle: ika.rwth-aachen.de

Das Konzept ist vergleichbar mit dem "Postbot", den die Deutsche Post 2017 und 2018 in Bad Hersfeld testete (Youtube-Video). Der Postbot trug Postboten auf ihren Touren die Briefe hinterher. Fazit von Postchef Frank Appel: "Das funktioniert technisch gut, aber die Geräte sind heute noch zu teuer." Quelle: www.tagesspiegel.de.

Das ika-Mikromobil könnte außerdem von Händlern genutzt werden und "Sharing-Geschäftsmodelle mit autonomen Fahrten zu einer zentralen Ausleihstation" ermöglichen.

Laut Pressemitteilung der Kern GmbH soll auch UPS als "assoziierter Projektpartner" involviert sein. Genauere Informationen sind darüber noch nicht bekannt. Insgesamt sind an der Entwicklung zehn Konsortial- sowie zwei assoziierte Partner beteiligt. Das Projekt wird vom Bundesforschungsministerium mit mehr als 4 Mio. Euro gefördert.

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