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Neue Steuer: Rumänien erlebt drastischen Rückgang bei China-Bestellungen

© Posta Romana
Die rumänische Post führte 2025 ein neues Logo und Filialdesign ein

Rumänien liefert einen Vorgeschmack auf die kommende EU-Zollreform. Seit Januar 2026 erhebt das Land eine nationale Logistiksteuer auf E-Commerce-Importe aus Drittstaaten. Laut der rumänischen Post brach das Sendungsvolumen dadurch um rund 30% ein.

Die Zahlen stammen aus einem Webinar des Weltpostvereins zur EU-Zollreform 2026. Dort erläuterte Mihaela Bobeleac, Head of International Relations and Ecommerce bei der rumänischen Post, die Auswirkungen der neuen Steuer auf den Paketmarkt.

Zum 1. Januar 2026 führte Rumänien eine Logistiksteuer von 25 rumänischen Leu pro Paket ein. Das entspricht rund 4,90 Euro pro Sendung. Die Abgabe gilt für Onlinebestellungen aus Nicht-EU-Ländern mit einem Warenwert unter 150 Euro.

Die rumänische Steuer wird pro Paket erhoben und unterscheidet sich damit von der geplanten EU-Gebühr. Letztere beträgt 3 Euro pro Warengruppe und gilt ab 1. Juli 2026.

Die rumänische Logistiksteuer wird außerdem nicht beim Paketempfänger erhoben. Zahlungspflichtig sind stattdessen der Absender, eine Verkaufsplattform oder ein Logistikdienstleister, der den Import nach Rumänien organisiert.

Die Zahlung erfolgt an den rumänischen Post- oder Paketdienstleister, der die Steuer anschließend an den Staat weiterleitet. Ohne vorherige Zahlung wird eine Sendung innerhalb Rumäniens nicht zum Empfänger transportiert.



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Paketvolumen bricht um 30% ein

Nach Angaben der rumänischen Post zeigte sich die Wirkung der Steuer sehr schnell. Im ersten Quartal 2026 lag das Paketvolumen aus Drittstaaten 30 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Die Zahlen gelten als erster Indikator dafür, wie empfindlich der E-Commerce-Markt auf zusätzliche Gebühren reagiert. Ein erheblicher Teil der Bestellungen bei Billigplattformen basiert darauf, dass Einzelartikel extrem günstig direkt aus Asien nach Europa versendet werden. Schon relativ kleine Zusatzkosten können dieses Geschäftsmodell deutlich unter Druck setzen.

Laut Paketda vorliegenden Informationen rechnet auch DHL in Deutschland ab Juli mit einem Mengenrückgang bei Chinaversendern.

In Rumänien ist noch offen, ob die nationale Logistiksteuer nach dem 1. Juli 2026 bestehen bleibt oder durch die EU-Gebühr ersetzt wird. Sollte die nationale Abgabe zusätzlich bestehen bleiben, würden Importpakete nach Rumänien doppelt belastet und damit extrem unattraktiv für Verbraucher werden.


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