Im Jahr 2021 erwarb die REWE Group eine Mehrheitsbeteiligung von 67 % am litauischen Startup LastMile, das sich auf die Lieferung von Supermarktbestellungen direkt an die Haustür der Kunden spezialisiert hat. Im Jahr 2023 hat das Unternehmen sogar testweise autonome Lieferwagen eingesetzt (siehe Foto oben).
Nun gibt es jedoch Zweifel, ob REWE seine LastMile-Aktivitäten in Litauen weiterführt. Anfang Oktober 2024 veröffentlichte das Unternehmen eine Mitteilung, dass der Betreiber von LastMile.lt wechseln wird. Die bisherige Betreiberfirma Greituolis UAB wird durch Spartuolis UAB ersetzt.
Interessanterweise befindet sich die neue Firma Spartuolis UAB, laut litauischen Wirtschaftsauskunfteien wie scoris.lt, mehrheitlich in inländischem Besitz, im Gegensatz zur Vorgängerfirma Greituolis UAB, die sich mehrheitlich im ausländischen Besitz befand (vgl. scoris.lt). Zudem hat Greituolis UAB laut rekvizitai.vz.lt in den letzten Jahren Verluste in Millionenhöhe verzeichnet.
Diese Fakten lassen vermuten, dass sich die REWE Group aus dem Geschäft mit Supermarktlieferungen in Litauen zurückziehen könnte.
Andere Erklärungen wären ebenfalls denkbar, beispielsweise dass die REWE Group eine neue, eigenständige Gesellschaft unter neuer Marke gründet oder das Liefergeschäft in seine bestehende litauische Marke IKI eingliedert. Doch das bleibt im Dunkeln, weil das Unternehmen auf Paketda-Anfragen auch nach 3 Wochen nicht reagiert hat.
Nachtrag vom November 2024
Der Eigentümerwechsel wurde nun vollzogen, und es gibt ein Indiz, welches gegen den Ausstieg der REWE Group spricht. In den Datenschutzinformationen auf lastmile.lt wird als Datenschutzbeauftragter nämlich weiterhin die Düsseldorfer Anwaltskanzlei Kinast erwähnt.
Wäre das Unternehmen Spartuolis UAB in rein litauischer Hand, wäre die Beauftragung eines litauischen Datenschutzbeauftragten zu erwarten. Aber weil die Düsseldorfer Kanzlei offenbar noch involviert ist, könnte auch REWE weiterhin an Lastmile.lt beteiligt sein. Vielleicht als Minderheitsgesellschafter.