In Neustadt am Rübenberge (bei Hannover) erhalten die Ortsteile Mardorf und Schneeren eine neue Postleitzahl. Ab Januar 2026 lautet sie 31536 statt bisher 31535. Rund 3.300 Einwohnerinnen und Einwohner müssen dann ihre Adresse aktualisieren. Die Deutsche Post spricht von einer notwendigen Anpassung, weil das bestehende PLZ-Gebiet an seine technischen Grenzen gestoßen ist.
Laut NDR können für jede Postleitzahl nur rund 1.000 Straßennamen hinterlegt werden. Mehr können im orangen Zielcode, der unten auf Briefumschläge gedruckt wird, nicht codiert werden. Der Zielcode ist für die korrekte Briefsortierung nach Ort, Straße und PLZ notwendig.
In 31535 Neustadt am Rübenberge wurden über die Jahre zahlreiche neue Straßen erschlossen; oft mit nur wenigen Haushalten pro Straße. Die Kapazität des bestehenden PLZ-Bereichs wurde dadurch nahezu ausgeschöpft. Neue Straßen könnten ohne Anpassung nicht mehr eindeutig erfasst werden, was die automatische Sortierung beeinträchtigen würde, schreibt die Stadt auf ihrer Website.
Die Stadtverwaltung und die Deutsche Post entschieden gemeinsam, welche Gebiete in einen neuen PLZ-Bereich übergehen. Mardorf und Schneeren wurden ausgewählt, weil sie geografisch zusammenhängen und genug Haushalte haben, um eine eigene PLZ sinnvoll zu machen.
Rückblick: PLZ-Reserven wurden 1993 bewusst eingeplant
Bei der Einführung fünfstelliger Postleitzahlen im Jahr 1993 hatte die damalige Deutsche Bundespost solche Fälle einkalkuliert. Postleitzahlen wurden bewusst nicht vollständig fortlaufend vergeben, sondern mit freien Nummernzwischenräumen geplant. Dadurch sollten spätere kommunale Veränderungen oder interne Anpassungen in der Zustelllogistik unkompliziert möglich bleiben. In einer Post-Broschüre von 1993 heißt es dazu:
"Einen Fehler, den die Schweden [schwedische Post] erst im letzten Jahr durch Neuvergabe der Zahlen beheben konnten, schloß der deutsche Postdienst allerdings von vornherein aus: Er benutzte nur jede zweite Postleitzahl, um Reserven für kommunale Neugliederungen oder innerbetriebliche Änderungen einzuräumen."
Dass eine solche Reserve-Postleitzahl tatsächlich genutzt wird, kommt eher selten vor. Üblicherweise ändern sich Postleitzahlen nur im Zuge von Gebietsreformen. Eine neue PLZ aufgrund wachsender Straßenanzahl innerhalb eines bestehenden Zustellgebiets ist daher ein ungewöhnlicher Einzelfall.