Mehrweg-Versandtasche Repack bei Otto und Tchibo: Erste Testergebnisse liegen vor

Wiederverwendbare Versandtasche von Repack
Seit Herbst 2020 erproben die Onlineshops Otto, Tchibo und Avocadostore Mehrweg-Versandtaschen des Herstellers Repack (www.originalrepack.com). Laut Tagesspiegel.de liegen nun erste Ergebnisse vor.

75 Prozent der Kunden schickten die Mehrweg-Taschen freiwillig zurück. Das ist kostenlos per Einwurf in den nächstgelgenen Briefkasten möglich. Von 15.000 in Umlauf gebrachten Taschen können also ca. 11.250 erneut verwendet werden und 3.750 Taschen landeten im Müll.

Nur bei Avocadostore konnten Kunden im Voraus wählen, ob sie ihre Bestellung in der Mehrweg-Tasche geliefert bekommen möchten. Kunden von Otto und Tchibo wurden hingegen überrascht und haben vielleicht sogar übersehen, dass es sich um eine Mehrweg-Verpackung mit der Bitte um Rücksendung handelt. Ein Otto-Pressesprecher zeigte sich positiv überrascht und sagte zum Tagesspiegel: "Wir hatten mit einer geringeren Rücksendequote gerechnet."

Einem Bericht von Zeit.de zufolge läuft der Test noch bis Anfang 2021. Testleiter Till Zimmermann wird mit den Worten zitiert, dass die zentrale Herausforderung sei, Kunden zum Zurückschicken der Verpackungen zu bewegen. Wenn immer nur 75% zurückgeschickt werden, wären die 15.000 Taschen nämlich nach 10 Versanddurchläufen nahezu aufgebraucht. Die theoretische Haltbarkeit soll bei 20 Durchläufen liegen.

Im Pilotversuch wurden die Taschen übrigens nicht zu den Versandhändlern retourniert sondern zu einer Repack-Sammelstelle in Estland. Detaillierte Auswertungen der beteiligten Unternehmen findet man als PDF unten auf folgender Seite: www.praxpack.de/materialien.



Wer die Repack-Versandtasche selber ausprobieren möchte, findet teilnehmende Onlineshops auf www.repack.com/stores/. Eine preiswerte Möglichkeit sind z.B. Socken von Eisdieler.org, die beim Versand in einer Repack-Tasche 3 Euro Aufpreis kosten.

Nachtrag vom August 2021: Till Zimmermann von der Umweltberatung "Ökopol" äußerte sich in einem Artikel bei taz.de zur Repack-Versandtasche. Er hatte den Pilotversuch wissenschaftlich begleitet. Zimmermann merkt an, dass die Repack-Tasche nicht zu schön sein darf, weil Kunden sie sonst behalten und zweckentfremdet weiternutzen würden. Andererseits sind Versandtaschen auch die "Visitenkarte eines Unternehmens", und sollten angenehm designt sein.



So berichtete Paketda im August 2020

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Deutsche Onlineshops testen wiederverwendbare Versandtasche

Eine in Finnland erfundene Mehrweg-Versandverpackung wird in Kürze auch in Deutschland eingesetzt. Die Onlineshops Otto, Tchibo und Avocadostore werden einige Tausend Versandtaschen des Herstellers Repack (www.originalrepack.com) in Umlauf bringen.

Hauptsächlich sollen Kleidungsstücke in den Repack-Taschen verschickt werden. Nachdem der Kunde die Ware erhalten und entnommen hat, faltet er die Versandtasche, klebt ein Rücksende-Etikett drauf und wirft sie in den nächsten Briefkasten. Bei Otto-Bestellungen muss die Tasche bei Hermes zurückgegeben werden.

Otto wird 4.000 Repack-Taschen einsetzen, Tchibo ca. 7.500 Stück und Avocadostore ca. 2.000 Stück. Bei Tchibo werden die teilnehmenden Kunden zufällig ausgesucht. Bei Avocadostore können Kunden den Versand via Repack gegen Aufpreis buchen, berichtet Logistik Heute.

Laut etailment.de fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung den Test der Repack-Verpackungen im Rahmen des Projekts PraxPack.

Ob die Umweltbilanz von Repack gegenüber klassischen Pappkartons tatsächlich besser ist, bleibt eine spannende Frage. Repack besteht nämlich aus Kunststoff und soll so robust sein, dass eine Tasche bis zu 20 Mal wiederverwendbar ist. Bei Repack muss der CO2-Verbrauch für den Rücktransport berücksichtigt werden und die Reinigungskosten nach jedem Rückversand. Außerdem ist unklar, wie viele Kunden Repack versehentlich im Gelben Sack entsorgen anstatt die Tasche zu retournieren.

Erklärvideo hier bei Youtube.

Nachtrag vom September 2020: TV-Bericht vom WDR zu Repack bei Tchibo hier bei Youtube.

Nachtrag vom November 2021: Die Österreichische Post startet zusammen mit einigen Versandhändlern einen Pilotversuch mit Mehrwegverpackungen des dänischen Anbieters RE-ZIP. Es werden nicht bloß Tütenverpackungen eingesetzt, sondern auch Kartons. Mehr Infos in dieser Pressemeldung.


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