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35% teurer: Postkarten kosten so viel wie Briefe


Ab dem 1. Januar 2025 verteuert die Deutsche Post das Porto für Postkarten: Von 70 auf 95 Cent. Postkarten kosten dann genauso viel wie ein 20g-Standardbrief.

Beim Auslandsversand gilt das gleiche Prinzip: Internationale Postkarten verteuern sich von 95 Cent auf 1,25 Euro. Das entspricht dem Preis eines 20g-Briefs ins Ausland.

Für Gelegenheitsversender, die nur einmal im Jahr eine Postkarte aus dem Urlaub verschicken, dürfte die Portoerhöhung kaum ins Gewicht fallen. Wer jedoch regelmäßig Postkarten nutzt, wird sein Verhalten angesichts der Preiserhöhung von 35 Prozent womöglich überdenken.


Postcrossing: Hobby in Gefahr?

Postcrossing, ein weltweit beliebtes Hobby, bei dem sich Menschen gegenseitig Postkarten schicken, könnte besonders betroffen sein. Laut Statistiken auf postcrossing.com belegt Deutschland den Spitzenplatz bei der Anzahl versandter Karten. Die gestiegenen Portokosten könnten den Spaß am Hobby trüben und womöglich zu einem Rückgang versandter Postkarten führen.


Auswirkungen auf gewerbliche Nutzer

Unternehmen, die Postkarten zur Kundenkommunikation einsetzen, zum Beispiel Arztpraxen, Autowerkstätten oder Schornsteinfeger, könnten verstärkt auf digitale Kanäle umsteigen. Diese Unternehmen nutzen Postkarten häufig, um Kunden an bevorstehende Termine zu erinnern.

Weniger betroffen sind Firmen, die Postkarten für Werbezwecke in Form von Massensendungen einsetzen. Für solche Mailings bleibt das günstige Dialogpost-Porto bestehen. Allerdings gelten hier Mindestmengen, die nur größere Unternehmen erreichen: 500 Sendungen bundesweit oder 200 regional.


Postkarten-Apps: Wohin geht die Reise?

In den letzten Jahren haben Smartphone-Apps für den Postkartenversand stark an Beliebtheit gewonnen. Marktführer Mypostcard aus Berlin verlangt aktuell 3,49 Euro für eine Postkarte, inklusive 19 % Mehrwertsteuer und weltweitem Porto. Das zeigt, dass App-Nutzer grundsätzlich bereit sind, sehr hohe Preise zu zahlen.

Allerdings steht auch Mypostcard vor einer Herausforderung: Um die Gewinnmargen zu halten, wird eine Preisanpassung notwendig. Der aktuelle Netto-Verkaufspreis von 2,93 Euro würde mit einer Portoerhöhung von 30 Cent (Auslandsporto) auf einen neuen Bruttopreis von etwa 3,84 Euro steigen. Fast 4 Euro für eine Postkarte - hier könnte für viele Kunden die Schmerzgrenze erreicht sein. Ob Nutzer diese Preiserhöhung mittragen, bleibt abzuwarten.



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Fazit

Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Gleichsetzung des Portos von Postkarten und Briefen nachvollziehbar, da eine Postkarte bei Sortierung und Zustellung genauso viel Aufwand verursacht wie ein Brief. Es bleibt abzuwarten, wie viele Kunden sich von der starken Preiserhöhung abschrecken lassen und künftig auf den Versand von Postkarten verzichten.

Aber selbst wenn die Kundenabwanderung erheblich wäre, dürfte dies für die Deutsche Post kaum ins Gewicht fallen. Im Jahr 2018 (aktuellere Zahlen gibt es nicht) wurden rund 155 Millionen Postkarten verschickt. Im Vergleich zu insgesamt 12,6 Milliarden beförderten Briefsendungen im Jahr 2023 entspricht dies einem Anteil von lediglich etwa 1,28 %. Angesichts dieses geringen Volumens spielen Postkarten aus unternehmerischer Sicht fast keine Rolle.



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Das sagt die Deutsche Post

Die Erhöhung des Postkartenportos auf Brief-Niveau begründet die Deutsche Post mit identischen Produktionskosten (Sortierung, Transport, Zustellung) bei beiden Produkten. Außerdem diene der einheitliche Preis "einer Vereinfachung unserer Produkte". Die Deutsche Post weist zudem darauf hin, dass Standardbrief und Postkarte in vielen europäischen Ländern das Gleiche kosten würden.


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