Während Corona: Post mahnte Filialbetreiber zur Öffnung


Die Zentrale der Deutschen Post AG in Bonn hat während der Coronakrise, als Geschäftsschließungen angeordnet wurden, offenbar ein Infoschreiben an Filialbetreiber verschickt. Laut Badischer Zeitung hieß es in dem Brief von Mitte März:

"Unsere und Ihre Kunden haben Anspruch auf eine reibungslose Postversorgung. Wichtige Nachrichten, Befunde und Bescheide sind gerade jetzt unbedingt zu versenden, respektive zuzustellen."

Postfilialen sollen "vereinbarungsgemäß und unbedingt geöffnet bleiben", denn die Deutsche Post AG sei "auch in Krisenzeiten verpflichtet, die Postdienstleistungen sicherzustellen".

Ein entsprechendes Schreiben erhielt auch die Gemeinde St. Märgen (Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, Baden-Württemberg). Sie betreibt seit August 2019 eine Postfiliale im Rathaus von St. Märgen. Zuvor hatte ein örtlicher Elektromarkt die Postfiliale aufgegeben, so dass die Gemeinde einsprang (Quelle: Badische Zeitung).

Wie St. Märgens Bürgermeister der Badischen Zeitung sagte, rechnet die Gemeinde für den Filialbetrieb "mit einem jährlichen Defizit von rund 3.000 Euro". Der Bürgermeister bat die Deutsche Post AG deshalb um eine höhere Vergütung, um die Filiale auch unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen kostendeckend zu betreiben.

Diesen Wunsch beschied die Konzernzentrale in Bonn abschlägig. "Wir können von unseren Vergütungsstrukturen grundsätzlich nicht abweichen", zitiert die Badische Zeitung aus einem Brief. Die Post müsse alle Partner gleich behandeln.

Daraus kann man also schlussfolgern, dass jeder Postfilial-Partner mit den gleichen Konditionen arbeitet - egal ob in St. Märgen, München oder Berlin. Angesichts der regional unterschiedlichen Kosten- und Lohnniveaus in Deutschland ist das bemerkenswert.

Letztendlich war das Mahnschreiben an Filialpartner wohl wirksam. Im Gegensatz zu manchem Wettbewerber hatte die Deutsche Post DHL im März kaum Filialschließungen zu verzeichnen. DPD hatte für etwa 1 Woche den Betrieb fast aller Paketshops unterbrochen. GLS war auch von Schließungen betroffen. Hermes weniger stark, weil sich die meisten Paketshops in Läden und Kiosken befinden, die nicht zu Schließungen gezwungen waren.


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