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Österreichische Post: Zusteller können Wohnungstüren öffnen


Zusteller der Österreichischen Post können mit ihren Handscannern ab sofort die Wohnungstüren von Kunden öffnen, um im Flur Pakete abzulegen oder Pakete von dort abzuholen.

Voraussetzung ist eine Einwilligung des Kunden und dass er ein elektronisches Türschloss des Herstellers Nuki hat. Ab Juli 2024 bietet die Österreichische Post die sogenannte Vorzimmer-Zustellung als Regelservice an, also für alle Kunden. Im Jahr 2021 fand bereits ein Pilotversuch mit 100 Nutzern statt.

Der nun startende Regelbetrieb unterliegt weiterhin Einschränkungen. Anfangs sind nur 200 Kunden zugelassen. In den Monaten danach soll eine unbestimmte Anzahl weiterer Kunden freigeschaltet werden. Wer noch kein Nuki-Schloss hat, muss dafür einmalig 289 Euro bezahlen. Weitere Kosten entstehen nicht, um die Vorzimmer-Zustellung bei der Österreichischen Post zu beauftragen. Mehr Infos: post.at.

Nuki-Manager Andreas Raab erklärte bereits 2021, dass die Österreichische Post die Vorzimmer-Zustellung über den Pilotversuch hinaus fortführen wird: "After the testing phase in the second half of 2021, the service will be rolled out by Austrian Post." Warum die Umsetzung bis 2024 dauerte und der Regelbetrieb trotz der langen Vorbereitungszeit mit angezogener Handbremse startet, ist unklar.


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Österreich: Post liefert direkt in die Wohnung dank digitalem Türschloss

So berichtete Paketda im April 2021

Die Österreichische Post sucht 100 Testpersonen aus den PLZ-Bereichen 1, 2, 3 oder 80, die ein digital gesteuertes Türschloss installieren möchten, damit Zusteller Pakete direkt im Vorzimmer (Flur) abstellen können.

In Kooperation mit dem Hersteller Nuki (nuki.io) wird das Türschloss kostenlos zur Verfügung gestellt. Auf Wunsch können Kunden auch eine Smart-Home-Lösung von A1 nutzen, die zusätzlich eine Videoüberwachung beinhaltet.

Über das digitale Türschloss kann der Haus- bzw. Wohnungsbesitzer anderen Personen Zutritt gewähren. Der Zusteller erhält einen RFID-Chip, den er bei Abwesenheit des Kunden nutzen kann, um die Tür zu öffnen und Pakete im Innenraum abzulegen. Der Ablageort wird durch eine postgelbe Fußmatte gekennzeichnet.

In einer Pressemeldung der Post heißt es: "Bereits Ende vergangenen Jahres wurden interne Tests durchgeführt, bei der die technische Machbarkeit überprüft und erste Erfahrungen mit der neuen Zustellart gesammelt wurden. Die Rückmeldungen der Tester*innen sowie der Zusteller*innen waren dabei sehr positiv."

In den FAQ zum Pilotprojekt heißt es, dass freilaufende Haustiere keinen Zugang zum Eingangsbereich haben dürfen. Außerdem sollen alle Mitbewohner über die Zutrittsberechtigung für den Zusteller informiert und damit einverstanden sein. Vor dem Start der Vorzimmer-Zustellung vereinbaren Kunde und Zusteller einen Kennenlerntermin.

In einem Youtube-Video wird der Zustellprozess veranschaulicht:

Als Erfinder der Direktlieferung in die Wohnung gilt Amazon. Das Unternehmen führte bereits 2017 in den USA den Service "Amazon Key" ein. Wegen Corona betreten Amazon-Boten zurzeit keine Wohnungen. Stattdessen gibt es "In-Garage-Delivery" und die Lieferung an einen sichtgeschützten Ort im Vorgarten (vgl. amazon.com).

In Deutschland startete die Hermes-Tochter Liefery Ende 2018 einen Pilotversuch zur Lieferung hinter Wohnungstüren. Es gab eine Kooperation mit dem Smart-Home-Hersteller KIWI. Der damalige Liefery-Geschäftsführer Nils Fischer hielt "sogar Auslieferungen zu verkehrsarmen Zeiten, also während der Nacht" für möglich. Daraus wurde jedoch nichts; von dem Projekt war im Nachhinein nichts mehr zu hören.


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