Pilotversuch läuft: Post kommt nicht mehr täglich

Postbote bringt einer Kundin Briefe
Bis Ende September 2017 läuft ein Versuch bei der Deutschen Post, um freiwilligen Kunden ihre Briefpost nicht mehr täglich zuzustellen. Die Kunden bekommen je nach Wunsch nur noch an ein oder drei Wochentagen Post nach Hause geliefert. Alternativ kann eine Belieferung an fünf Tagen (von Montag bis Freitag) erfolgen, dann jedoch an den Arbeitsplatz des Kunden. Dies meldete der Bonner General Anzeiger (Bericht hier).

Laut Zeitungsbericht erhalten die Teilnehmer des Pilotprojekts kostenlose "Zeitschriften oder Warenproben", sofern sie sich für die seltenste Belieferung einmal pro Woche entscheiden.

Laut mopo.de begründet die Deutsche Post den Pilotversuch mit der verstärkten digitalen Kommunikation. Dadurch würden weniger Briefe verschickt und man müsse "Kundenbedürfnisse erforschen".

Die Bundesnetzagentur wurde von der Deutschen Post über den Test informiert. Unklar ist, in welcher Region der Test stattfindet. Weil die Post ihren Hauptsitz in Bonn hat und der Bonner General-Anzeiger zuerst darüber berichtete, spricht einiges für Bonn als Testgebiet.

Die stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, Andrea Kocsis, kommentierte die Post-Pläne wie folgt: "Bei uns brennt die Hütte." Sie befürchtet einen Stellenabbau, falls die Post den Pilotversuch großflächig in die Praxis umsetzt. Das sei jedoch nicht beabsichtigt, sagte eine Pressesprecherin der Post zum Bonner General-Anzeiger.

In einer Pressemitteilung von Verdi heißt es außerdem: Die Deutsche Post AG gefährde durch ihre Pläne einen wichtigen Bestandteil der Infrastruktur Deutschlands und dadurch auch Arbeitsplätze. Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern würden zeigen, dass eine Verringerung der Zustellfrequenz und die damit einhergehenden längeren Laufzeiten postalische Dienstleistungen unattraktiv machen würde.

Update vom 22.10.2017: Die FAZ berichtet, dass nur etwa 10 Prozent der angesprochenen Kunden daran interessiert seien, ihre Post nicht mehr täglich zu erhalten. Mehr Infos hier

Mitarbeit: Maximilian Koch


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