DHL prüft Fahrzeugbeladung, um Diebstähle zu verhindern

Vor einigen Tagen bemerkte ein Paketda-Leser einen Aufkleber mit Vermerk "NVK Prüfprotokoll" an einem zugestellten DHL-Paket. Darauf waren unter anderem zwei Mitarbeiternamen vermerkt, Dauer des Prüfvorgangs (1 Minute) und nachfolgende Infos:


Eine Googlesuche zur Bedeutung dieses Aufklebers führt zu einer Betriebsvereinbarung auf der Website betriebsgruppe-essen-hagen.de. Das PDF-Dokument ist eine Betriebsvereinbarung zwischen der Post-Niederlassung Hagen und dem Betriebsrat. Darin wird die Durchführung von Nahverkehrskontrollen (NVK) geregelt.


In dem Dokument heißt es, dass stichprobenartig bis zu 10 Pakete kontrolliert werden dürfen, nachdem Zusteller ihre Fahrzeuge beladen haben. Es wird geprüft, ob alle Pakete korrekt als "in Zustellung" gescannt wurden. Damit will Deutsche Post DHL Sendungsverlusten entgegenwirken und vermeiden, dass dem Unternehmen "grobes Organisationsverschulden" vorgeworfen werden kann (unterlassene Schnittstellenkontrollen).

Falls die 10 Stichproben-Pakete verdächtig erscheinen, kann die Nahverkehrskontrolle auf weitere Pakete oder sogar sämtliche Pakete im Fahrzeug ausgeweitet werden. So zumindest der Wortlaut der Betriebsvereinbarung von 2017, von der unklar ist, ob sie in dieser Form noch immer in Kraft ist.

Nach Abschluss der NVK erhält der Mitarbeiter ein ausgedrucktes Prüfprotokoll. Dabei handelt es sich um das oben abgebildete Label, das wohl versehentlich an ein Kundenpaket geklebt wurde.

Nachtrag: Ende Januar 2022 berichtete die Schweriner Volkszeitung über Sendungsdiebstähle bei Deutsche Post DHL. Ein Pressesprecher des Postkonzerns bestätigte, dass es Stichproben-Kontrollen gebe, "bei denen Transporte, sowohl Zustellfahrzeuge als auch die Logistik zwischen den Verteilzentren, kontrolliert werden".


  Zuletzt aktualisiert am   |   Autor:
Anzeige

✉ Paketda-News kostenlos abonnieren per Newsletter, bei Telegram oder bei Google News.