Angeblich nicht geklingelt: Kunde verfolgt DHL-Zusteller

Die Stuttgarter Nachrichten beschreiben einen aktuellen Fall, bei dem ein Kunde einen DHL-Zusteller an seinem Fenster vorbeifahren sah, ohne dass ein erwartetes Paket abgeliefert wurde. Der Kunde lief sofort mit der Benachrichtigungskarte hinterher.

Wolfgang T. aus Stammheim kennt die Ausreden einiger Zusteller offenbar schon, denn er hat sowohl Zeugen für die Funktionsfähigkeit seiner Klingel als auch für seine persönliche Anwesenheit im Haus während eines unterlassenen Zustellversuchs. Er erwartete ein Nachnahmepaket, fand stattdessen jedoch nur eine Benachrichtigungskarte im Briefkasten. Weil er den DHL-Fahrer kurz vorher an seinem Haus vorbeifahren sah, nahm Wolfgang T. die Verfolgung auf. Er wollte den Fahrer zur Rede stellen und sein Paket erhalten.

Beides klappte nicht wie gewünscht. Der Fahrer habe geklingelt, und nein, das Paket bekomme der Kunde nicht, weil er angeblich unfreundlich sei. So beschreibt es Wolfgang T. gegenüber den Stuttgarter Nachrichten. Die Zeitung befragte daraufhin DHL-Pressesprecher Gerold Beck, der nach Rücksprache mit dem Mitarbeiter mitteilte, der Kollege habe 3x geklingelt aber vergeblich an der Tür gewartet. Als Wolfgang T. danach zum DHL-Fahrzeug kam, sei sein Tonfall laut und nicht sehr höflich gewesen. Das Paket habe er jedoch nur deshalb nicht bekommen, weil er den Nachnahmebetrag nicht zahlen konnte. Der Zusteller brachte das Paket deshalb in eine Filiale. Dort musste es Wolfgang T. abholen.

Darüber hinaus teilte Pressesprecher Beck mit, dass DHL auswertet, wie häufig jeder Zusteller beim ersten Zustellversuch jemanden antreffe. Und wie oft eben Benachrichtigungskarten geschrieben werden - die sowohl auf Kundenseite wie bei DHL zu Mehraufwand führen und daher für niemandem eine Arbeitserleichterung seien.

Laut DHL gelingt in 95% aller Fälle die Zustellung beim ersten Versuch. Dieser Wert schwankt abhängig vom Wochentag und der städtebaulichen Situation.

Paketda empfiehlt: Wenn Sie ähnliche Erfahrungen mit Zustellern gemacht haben, die manchmal Benachrichtigungskarten einwerfen ohne zu klingeln, sollten Sie keinesfalls unhöflich werden sondern stattdessen versuchen, in guter Erinnerung zu bleiben. Denn die "Klingel-Chance" steigt, je kooperativer Sie sich verhalten.

Für Zusteller ist das primäre Ziel, die Paketübergabe effizient abzuwickeln. Das bedeutet für Kunden: Bei Nachnahme-Paketen den Betrag exakt passend bereithalten. Kommen Sie dem Zusteller im Treppenhaus etwas entgegen, und nehmen Sie bei Gelegenheit auch mal Pakete für Nachbarn entgegen. Zu Weihnachten können Sie Ihrem Zusteller eine Tafel Schokolade schenken, und auch über ein Trinkgeld freuen sich Zusteller von Zeit zu Zeit. Als Kunde hinterlassen Sie dadurch einen guten Eindruck.

Zugegeben: alle diese Maßnahmen wirken am besten, wenn Sie einen Stammzusteller haben. Falls in Ihrem Bezirk häufig Aushilfszusteller oder sogenannte Springer eingesetzt werden, können erfahrungsgemäß mehr Zustellprobleme auftreten. Denn Aushilfskräfte kennen sich einerseits örtlich nicht überall gut aus, und andererseits kennen sie nicht die Gewohnheiten der Paketempfänger. Dadurch kann es passieren, dass z.B. vereinbarte Paket-Ablageorte nicht eingehalten werden oder Pakete nicht wie üblich beim Wunschnachbarn abgegeben werden sondern in einer Filiale landen.


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