Die Schweizerische Post startet einen Pilotversuch mit Briefmarken, die einen Datamatrix-Code tragen. Ziel ist es, gefälschte Briefmarken besser zu erkennen und eine Mehrfachverwendung zu verhindern. Der Test läuft von März bis Mai 2026 in den vier Briefzentren der Post.
Zum Einsatz kommen zunächst die beiden Markenmotive "Weinblatt" und "Pilze" (siehe oben). Jede Marke trägt einen individuellen Datamatrix-Code, der während der Briefsortierung gescannt wird.
Im Unterschied zu bisherigen Sicherheitsmerkmalen basiert die Prüfung nicht mehr auf grafischen Eigenschaften der Marke, sondern auf dem Code selbst. Jeder Datamatrix-Code wird nur einmal vergeben. Wird derselbe Code erneut verwendet, erkennt das System die doppelte Nutzung automatisch und sortiert den Brief aus. Der Pilotversuch richtet sich vor allem gegen gefälschte Briefmarken und gegen die Wiederverwendung bereits gelaufener Marken
Nach Abschluss der Testphase will die Schweizerische Post analysieren, ob das System auf weitere Briefmarken ausgeweitet wird.
In Deutschland gibt es Briefmarken mit Datamatrix-Code seit Februar 2021. Der Code ermöglicht Kunden auch eine Sendungsverfolgung. Dieses Feature gibt es in der Schweiz (zumindest während der Pilotphase) nicht.
Die britische Royal Mail verkauft ebenfalls seit 2021 Briefmarken mit Matrixcode und hat 2023 alle Marken ohne Matrixcode für ungültig erklärt. Eine derart radikale Umstellung auf Matrixcode-Marken gibt es in Deutschland wohl nicht. "Eine Ungültigerklärung für solche Marken [ohne Matrixcode] ist nicht geplant", antwortete das Bundesfinanzministerium diese Woche auf eine entsprechende Anfrage von Paketda-Leser Leon Strumberger.
Die Praxis zeigt jedoch, dass Matrixcodes zwar Postgesellschaften vor Einnahmeverlusten schützen können, nicht unbedingt aber die Endkunden. Royal Mail entdeckte zuletzt gefälschte Matrixcode-Briefmarken im Wert von rund 250.000 Pfund.
Für Käufer ist im Voraus kaum erkennbar, ob ein aufgedruckter Code tatsächlich gültig ist. Betrug fällt häufig erst beim Versand auf, wenn die Briefe im Sortierzentrum gescannt und wegen ungültiger Frankierung gestoppt werden. Zu diesem Zeitpunkt sind die betrügerischen Verkäufer meist bereits verschwunden und das Geld der Käufer verloren.
Postgesellschaften empfehlen deshalb, Briefmarken ausschließlich in Postfilialen oder im offiziellen Online-Shop zu erwerben. Von vermeintlich günstigen Angeboten auf Marktplätzen wie eBay oder in ausländischen Online-Shops ist abzuraten.