Die Sicherheitslage im internationalen Luftverkehr hat sich laut einer Mitteilung des Weltpostvereins (UPU) und der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) deutlich verschärft. In den vergangenen zwölf Monaten sei vermehrt versucht worden, die weltweiten Luftfracht- und Postnetzwerke mit improvisierten Brand- und Sprengvorrichtungen zu sabotieren.
Zwar werden in der Mitteilung keine konkreten Vorfälle genannt, doch mutmaßlich beziehen sich UPU und ICAO auch auf zwei in Brand geratene DHL-Express-Sendungen in Leipzig und Birmingham im Jahr 2024. DHL Express nutzt nicht das UPU-Transportnetz, dennoch haben die Ereignisse die Branche sensibilisiert, so dass eine Ausweitung der Sicherheitsvorkehrungen nachvollziehbar ist. Hinzu kommt ein weiterer Fall aus Deutschland: Im Mai 2025 wurden drei mutmaßliche Spione in Nordrhein-Westfalen verhaftet, die mithilfe von GPS-Trackern Transportwege des ukrainischen Paketdienstleisters Nova Post auskundschaftet haben sollen.
UPU und ICAO fordern aufgrund des gestiegenen Risikos höhere Sicherheitsmaßnahmen. Dazu zählen der verstärkte Einsatz moderner Röntgen- und Sprengstoffdetektionssysteme, besser geschultes Personal sowie eine verbesserte digitale Nachverfolgbarkeit und Datenübermittlung entlang der Transportkette.
Besonders betont wird, dass keine Einzelmaßnahme ausreicht. Stattdessen braucht es einen mehrstufigen, risikobasierten Ansatz mit internationaler Abstimmung. Grundlagen sind die Sicherheitsstandards des Weltpostvereins in den Dokumenten S58/S59 und ICAO Doc 8973 (geheim). Ziel ist es, trotz zunehmender Bedrohung die "Sicherheit, Integrität und Effizienz" von Luftpost zu gewährleisten.