Startup Lox prüft automatisiert Paketdienst-Rechnungen


Das niederländische Startup "Lox" verspricht Onlinehändlern eine Senkung der Versandkosten. Lox überprüft automatisiert Rechnungen von Paketdiensten und spürt fehlerhafte oder überteuerte Abrechnungsposten auf.

Händler müssen ihre Paketnummern an Lox übermitteln. Das System macht anschließend einen Abgleich zwischen den Paketdaten und der Rechnung des Paketdienstes. Laut Lox könnnen basierend auf mehr als 50 Datenpunkten folgende Unregelmäßigkeiten festgestellt werden:

  • Rechnungsfehler
  • Fehlerhafte Zuschläge
  • Unbenutzte Label
  • Lieferfehler (vermutlich: nicht zugestellt / verspätet)

In den USA ist Auditsoftware für Paketdienst-Rechnungen schon seit einigen Jahren etabliert (z.B. refundgeeks.com). Auch beim Preismodell orientiert sich Lox an US-Vorbildern: Die Provision beträgt zwischen 30 und 45 Prozent der erzielten Einsparungen. Je mehr Pakete ein Unternehmen verschickt, desto geringer der Provisionssatz. Eigenen Angaben zufolge funktioniert Lox mit allen Paketdiensten.

Es bleibt abzuwarten, ob europäische Onlinehändler einen Bedarf für diesen Service haben. In den USA werden wahrscheinlich viele time-definite Expresspakete verschickt, bei denen es aufgrund der riesigen Landfläche mehr Verspätungen geben kann, als in den verhältnismäßig kleinen EU-Ländern.

Bei sellerforum.de, einem Forum für Onlinehändler, gibt es oft Berichte über ungerechtfertigte Zuschläge, die Händler plötzlich auf Paketdienst-Rechnungen finden. Aber lassen sich solche Rechnungsposten wirklich automatisiert beanstanden und wegzaubern?

Um beispielsweise die Richtigkeit des Zuschlags "nicht bandfähig" zu beurteilen, müsste man die Abmessungen des Pakets kennen und den Verpackungszustand. Beim UPS-Zuschlag für Lieferungen an Privatadressen müsste Lox ermitteln, ob der Paketempfänger eine Firma oder Privatperson ist. Unter Datenschutzaspekten wäre eine Übermittlung von Kundenadressen an Lox fragwürdig.

Praktisch unmöglich ist eine automatisierte Beanstandung des Rücksendeentgelts bei DHL-Paketen. Auf dem Papier ist eine Rücksendung zwar eindeutig erkennbar, aber unberechtigte Rücksendungen (Zusteller hat nicht geklingelt etc.) erfordern immer eine manuelle Klärung mit dem Kundenservice. Es ist kaum vorstellbar, dass Paketdienste alle von Lox beanstandeten Rechnungsposten einfach abnicken und dem Onlinehändler Geld erstatten.

Aber vielleicht gelingt es dem Startup ja, den Markt in dieser Hinsicht etwas aufzumischen. Interessierte Händler können sich hier erkundigen: www.loxsolution.com


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