UPS zeigt Paketstandort nach der Zustellung auf Karte
UPS hat seine Sendungsverfolgung offenbar um eine neue Kartenansicht ergänzt. Nach erfolgter Zustellung können Empfänger neben dem Zustellfoto zusätzlich den Standort des Pakets auf einer Karte aufrufen.
Ein Paketda vorliegendes Beispiel stammt aus Seattle in den USA. Unklar, ob die Funktion bereits in weiteren Ländern verfügbar ist. Das Zustellfoto erscheint ohne Anmeldung. Wer auf "Paketstandort anzeigen" klickt, muss sich hingegen einloggen oder seine Identität mit einem SMS-Einmalcode bestätigen.
Vermutlich zeigt UPS auf der Landkarte die bei der Zustellung erfasste GPS-Position an. Denkbar wäre, dass Empfänger damit genauer erkennen können, an welchem Gebäude oder wo auf dem Grundstück ein Paket abgelegt wurde. Paketda konnte die Detailansicht bislang nicht selbst überprüfen.
Die Funktion ist nicht mit dem bereits bekannten UPS-Livetracking zu verwechseln. Beim Livetracking wird während der Auslieferung die ungefähre Position des Zustellfahrzeugs angezeigt. Die neue Kartenansicht erscheint dagegen erst, nachdem das Paket zugestellt wurde.
Vielen Dank an Maximilian O. für die Entdeckung.
Hermes-Subunternehmer berichtet von Druck
Ein Hermes-Subunternehmer hat gegenüber dem ZDF von hohem wirtschaftlichem Druck berichtet. Er bedient mit angestellten Fahrern eine ländliche Region mit langen Fahrtwegen.
Dem ZDF-Reporter Lukas Klepsch schilderte der Subunternehmer, dass er seinen Zustellern pro Tour höchstens 100 bis 120 Pakete mitgebe. Hermes sei diese Menge aber zu gering und dränge auf eine höhere Quote. Gleichzeitig hätten einige Fahrer allein im ersten Halbjahr bereits 80 bis 100 Überstunden angesammelt. Der Unternehmer selbst fürchtet, eines Tages Insolvenz anmelden zu müssen.
Der ZDF-Reporter konfrontierte Hermes-Geschäftsführer Dennis Kollmann deshalb mit der Frage, ob Hermes seine Subunternehmer zu gering vergüte und auf deren Kosten Geschäfte mache. Daraufhin Kollmann:
"Überhaupt nicht. Uns ist wirklich Konstanz im System wichtig. Von daher haben wir auch sehr intensive Kalkulationen, um sagen zu können: Was muss ich eigentlich bezahlen, damit gesetzliche Vorgaben wie der Mindestlohn eingehalten werden können und Unternehmer dauerhaft bestehen können?"
Auf den konkret geschilderten Druck zur Erhöhung der Paketmenge ging Kollmann in dem gezeigten Ausschnitt nicht näher ein. Die Aussagen stammen aus der ZDF-Wiso-Reportage Die Deals mit Paketen.
DHL: Mehr als 90 Prozent der schweren Pakete wären teilbar
DHL fordert erneut, Pakete mit mehr als 23 Kilogramm branchenweit nur noch durch zwei Personen zustellen zu lassen. Die Forderung ist nicht neu, wurde durch eine aktuelle Pressemitteilung und Berichte der Nachrichtenagentur dpa aber erneut von zahlreichen Medien aufgegriffen.
Neu sind einige Zahlen, die DHL-Vorständin Nikola Hagleitner dabei genannt hat. Demnach seien mehr als 90 Prozent der schweren Pakete grundsätzlich teilbar. Beispielsweise könnten Hundefutter, Katzenstreu oder Weinflaschen auf zwei leichtere Sendungen verteilt werden.
Schwere Pakete machen bei DHL nur einen kleinen Teil der Gesamtmenge aus. Nach aktuellen Angaben wiegen 1,1 Prozent der DHL-Pakete zwischen 23 und 31,5 Kilogramm. Bereits im Oktober 2023 hatte DHL gegenüber der Westfalenpost erklärt, dass ungefähr 1,7 Prozent der Sendungen schwerer als 20 Kilogramm seien.
Als Argument für eine strengere Gewichtsgrenze verweist DHL auf den Gesundheitsschutz. Im Unternehmensbereich Post & Paket Deutschland gehe etwa jede dritte Krankmeldung auf Muskel- oder Skeletterkrankungen zurück.
Der Branchenverband BPEX, der u.a. die Interessen von Hermes, DPD und GLS vertritt, lehnt eine Gewichtsbegrenzung hingegen ab. Die Ausrüstung von Zustellern mit professionellen Paketkarren sei ausreichend.
Bemerkenswert ist diese Position mit Blick auf eine Verdi-Mitteilung vom Oktober 2025. Darin wurde Hermes bei der Gewichtsbegrenzung von Sendungen ein "klarer und arbeitnehmerorientierter Standpunkt" bescheinigt. Ob Hermes die aktuelle BPEX-Position vollständig mitträgt oder innerhalb des Verbands eine abweichende Haltung vertritt, ist unklar.