US-Zolländerung ließ Postmengen einbrechen
Am 29. August 2025 entfiel die 800$-Zollfreigrenze für Pakete in die USA. Wie stark das Sendungsvolumen daraufhin einbrach, zeigt nun eine Präsentation des Weltpostvereins (UPU). Demnach sanken die Mengen von 51 Postbetreibern von zuvor durchschnittlich 280.000 auf 100.000 barcodefähige Sendungen pro Woche. Das entsprach einem Rückgang um rund 65 Prozent.
Inzwischen erholen sich die Mengen wieder. Dank DDP-Lösungen, mit denen Zölle im Voraus vom Absender bezahlt werden, stieg das Volumen von Januar bis Juni 2026 wieder auf rund 180.000 Sendungen pro Woche. Das liegt aber weiterhin 36 Prozent unter dem Niveau vor August 2025.
Auch die International Post Corporation (IPC) meldet eine starke Nutzung ihrer PDDP-Lösung. Demnach nutzen 40 Postbetreiber das System für vorausbezahlte Sendungen in die USA. Seit dem Wegfall der Zollfreigrenze seien mehr als 11 Millionen Transaktionen darüber abgewickelt worden.
Quelle: UPU bei YouTube
Hitzewelle in Frankreich: Briefträger sollen sich kümmern
In Frankreich werden Briefträger zur Unterstützung gefährdeter Menschen eingesetzt. Auf Wunsch teilnehmender Gemeinden können Zusteller während ihrer täglichen Touren ältere, alleinlebende oder vulnerable Personen besuchen und prüfen, ob Hilfe benötigt wird.
Die Maßnahme ist Teil eines staatlichen Notfallplans gegen extreme Hitze. Die Besuche sollen kommunale Hilfsangebote, Sozialdienste, Vereine, Rettungsdienste und medizinisches Personal ergänzen, aber nicht ersetzen.
La Poste verweist darauf, dass Briefträger vielerorts täglich unterwegs sind und ihre Zustellbezirke gut kennen. Besonders in ländlichen und vorstädtischen Regionen gehören sie teils zu den wenigen Berufsgruppen, die regelmäßig an Haustüren vorbeikommen.
Bei den Besuchen können Zusteller an wichtige Vorsichtsmaßnahmen erinnern, etwa ausreichend zu trinken, kühle Orte aufzusuchen und körperliche Anstrengung während der heißesten Tageszeiten zu vermeiden. Auffällige Situationen sollen an die zuständigen Stellen gemeldet werden; in Notfällen werden Rettungsdienste alarmiert. La-Poste-Chefin Marie Ange Debon betonte außerdem, dass auch die Belastung der Beschäftigten berücksichtigt werden müsse, weil diese selbst bei extremer Hitze arbeiten.
Quelle: La Poste
GLS in Neuenstein heimlich ausgebaut
Der Mutterkonzern von Royal Mail und GLS, International Distribution Services (IDS), hat Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2025/26 veröffentlicht. Demnach machen Pakete 71 Prozent des Konzernumsatzes aus.
Die Paketmenge bei Royal Mail stieg um 7 Prozent auf 1,4 Milliarden Sendungen. 90 Prozent aller Pakete können automatisiert sortiert werden. GLS kommt in Europa auf mehr als 110.000 Out-of-Home-Standorte (Paketshops und -automaten). Das Netz wuchs binnen eines Jahres um 30 Prozent; die Zahl der GLS-Paketautomaten stieg um 40 Prozent auf rund 32.500 Stück. Begünstigt wird dieser Ausbau unter anderem durch Second-Hand-Marktplätze wie Vinted.
Der Umsatz von GLS stieg um 5,2 Prozent auf 5,2 Milliarden Pfund, die Paketmenge um 6 Prozent auf 977 Millionen Sendungen. Der bereinigte operative Gewinn sank jedoch um 17 Prozent von 286 auf 237 Millionen Pfund. IDS begründet das unter anderem mit regulatorischen Änderungen in Italien und einem schwächeren wirtschaftlichen Umfeld in Kanada.
GLS investiert außerdem in Infrastruktur. Genannt werden ein neues Umschlagzentrum in Toronto, zwei neue Depots in Dänemark sowie Ausbauten am zentralen GLS-Umschlagpunkt in Deutschland. Gemeint ist offenbar der Standort Neuenstein in Hessen; nähere Details zu den dortigen Maßnahmen nennt IDS allerdings nicht.
Quelle: International Distribution Services