HES: Empfänger können Zusatzservices selbst buchen
Bei der Lieferung von Sperrgütern bietet der Hermes Einrichtungs Service (HES) seinen Versenderkunden nun zwei Optionen an: Smart und Premium. Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal ist der Lieferort beim Empfänger. Im Smart-Tarif wird die Ware bis hinter die erste verschließbare Tür gebracht (Haustür). Im Premium-Tarif erfolgt die Lieferung dagegen bis zum gewünschten Aufstellort im Haushalt.
Interessante Neuerung: Hat der Versender nur Smart gebucht, können Empfänger unter myhes.de gegen Aufpreis selbst den Premium-Service nachbuchen; also die Lieferung bis zum Verwendungsort.
Im Premium-Tarif sind laut HES bis zu drei Zustellversuche enthalten. Im Smart-Tarif ist lediglich der erste Zustellversuch kostenlos. Daraus lässt sich folgern, dass eine fehlgeschlagene Zustellung und eine anschließende erneute Anfahrt im Smart-Tarif wohl kostenpflichtig sind.
In beiden Tarifen lassen sich außerdem Zusatzleistungen wie Montage oder Installation am Aufstellort sowie die Mitnahme von Altgeräten nachträglich vom Kunden zubuchen.
Quelle: hes.de
Dachser berechnet Zuschläge für Großstädte und Cyber-Sicherheit
Die Spedition Dachser hat Kunden über neue bzw. angepasste Zuschläge informiert. In einer E-Mail an Kunden ist die Rede von einem Großstadtzuschlag sowie einem Cyber-Security-Zuschlag.
Der sogenannte Großstadtzuschlag beträgt (in der Paketda vorliegenden E-Mail) 7,50 Euro pro Sendung. Dachser begründet ihn mit steigenden Anforderungen in urbanen Zustellgebieten. Genannt werden längere Fahrzeiten, eingeschränkte Zufahrtsmöglichkeiten, zusätzliche Wartezeiten sowie höhere Aufwände durch Verkehrs- und Umweltregeln.
Ebenfalls berechnet wird ein Cyber-Security-Zuschlag, intern als Risk-Fee bezeichnet. Er liegt wohl bei 0,49 Euro pro Sendung. Laut Dachser dient der Zuschlag der Absicherung digitaler Systeme. Das Unternehmen verweist auf steigende Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz sowie auf hohe Investitionen in moderne Sicherheitslösungen, Überwachungstechnologien und vorbeugende Maßnahmen gegen Cyberangriffe.
Während höhere Kosten in Großstädten aus logistischer Sicht nachvollziehbar sind, wirkt der Cyber-Security-Zuschlag ungewöhnlich. IT-Sicherheit ist heutzutage eigentlich keine Sonderleistung, sondern eine Grundvoraussetzung. Aus Kundensicht stellt sich deshalb die Frage, wo diese Zuschlagslogik endet: Wenn Basisdinge wie IT-Sicherheit separat berechnet werden, könnten theoretisch auch andere Selbstverständlichkeiten als Zuschlag auftauchen - vom Winterzuschlag bis zum Sommerzuschlag.
Estland streicht Pakete aus der Grundversorgung
Das estnische Parlament hat am 17. Juni 2026 Änderungen des Postgesetzes beschlossen. Zum sog. Universaldienst gehören weiterhin Briefe und internationale Postpakete, die landesweit an 5 Tagen pro Woche bis nach Hause zugestellt werden. Bei inländischen Paketen sieht der Staat dagegen keinen Bedarf mehr für eine Zustellpflicht im Rahmen der Grundversorgung, weil es dafür inzwischen genügend Anbieter im Wettbewerb gebe.
Eine weitere wichtige Änderung betrifft Zeitungen und Zeitschriften. Deren Hauszustellung wird künftig Bestandteil des Universaldienstes, sobald die aktuellen Verträge auslaufen. Bislang wurden die Tarife zwischen Postunternehmen und Verlagen vereinbart. Künftig sollen die Preise für die Pressezustellung durch die estnische Wettbewerbsbehörde reguliert werden. Für Verlage, Abonnenten und den Zustelldienst soll das System berechenbarer werden.
Hintergrund der Postgesetz-Reform ist auch die mögliche Privatisierung von Omniva, dem heutigen staatlichen Postunternehmen Estlands. Die aktuelle Vereinbarung für Briefe und Pressezustellung läuft noch bis 2029.
Quelle: omniva.ee