Warum DHL bei Elektro-Lkw auf Range Extender setzt
Markus Voss, CEO von DHL Freight, erklärt, warum der Konzern bei Elektro-LKW sogenannte Range Extender testet. Entscheidend ist demnach nicht die theoretische Maximalreichweite eines E-LKW, sondern die Verlässlichkeit im täglichen Betrieb. In der Logistik müssen Touren planbar bleiben, auch wenn Ladepunkte belegt, defekt oder nicht rechtzeitig erreichbar sind.
Gemeinsam mit BMW testete DHL Freight deshalb einen 40-Tonnen-Lkw mit Elektroantrieb und zusätzlichem Stromgenerator (Range Extender). Eingesetzt wurde das Fahrzeug unter anderem auf der rund 600 Kilometer langen Strecke Berlin - München sowie auf Tagestouren rund um München.
Laut DHL funktionieren reine Elektro-Lkw gut, wenn Route, Ladefenster und Infrastruktur zuverlässig zusammenpassen. Genau das ist im Fernverkehr aber noch nicht immer der Fall. Schon ein belegter Schnelllader, Verzögerungen im Tagesablauf oder kaltes Wetter können dazu führen, dass eine Tour nicht mehr stabil planbar ist. Der Range Extender soll diese Unsicherheit abfedern. Zumindest so lange, bis die öffentliche Ladeinfrastruktur ausreichend vorhanden ist.
Quelle: dhl-freight-connections.com
Britischer Regulierer soll bei Royal Mail härter durchgreifen
In Großbritannien gerät nicht nur Royal Mail wegen schlechter Briefzustellung unter Druck, sondern auch die Regulierungsbehörde Ofcom. Ein Ausschuss des britischen Parlaments wirft Ofcom vor, seiner gesetzlichen Aufgabe als Aufsichtsbehörde nicht ausreichend nachzukommen.
Hintergrund sind seit Jahren verfehlte Zustellziele bei Royal Mail. Ofcom hat zwar wiederholt Bußgelder verhängt und einen Verbesserungsplan eingefordert. Dem Parlamentsausschuss reicht das aber offenbar nicht. Er kritisiert, dass Ofcom den Postmarkt nicht entschlossen genug kontrolliere und teils nicht einmal genaue Zahlen zu verspäteten Briefen vorlegen konnte.
Konkrete Folgen für Ofcom gibt es vorerst nicht. Der Ausschuss fordert die Behörde jedoch auf, innerhalb von sechs Monaten eine klare Roadmap für eine bessere Regulierung vorzulegen. Royal Mail verweist unterdessen auf einen eigenen Verbesserungsplan und Investitionen von 500 Millionen Pfund über fünf Jahre.
Quellen: committees.parliament.uk | ofcom.org.uk | internationaldistributionservices.com
Frankreich: GLS übernimmt Relais Colis
GLS baut sein Abholstellennetz in Frankreich aus. Der Paketdienst übernimmt wesentliche Vermögenswerte von Relais Colis, darunter die Marke und rund 7.000 Paketshops. Ein Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht.
Relais Colis gilt in Frankreich als Pionier der Paketshop-Zustellung und wurde bereits 1969 gegründet. Für GLS ist die Übernahme strategisch wichtig, weil Außer-Haus-Zustellungen europaweit an Bedeutung gewinnen. Kunden holen Pakete zunehmend in Paketshops oder an Abholstationen ab, was für Paketdienste oft günstiger und planbarer ist als die Haustürzustellung.
Das Relais-Colis-Netz soll laut GLS auch künftig für andere Betreiber und Geschäftspartner offenbleiben. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Quelle: ecommerce-news.es