
DHL Express verlegt Firmensitz von Bonn nach Leipzig
Die DHL Express Holding GmbH hat ihren rechtlichen Sitz von Bonn nach Schkeuditz verlegt. Und zwar in die August-Euler-Str. 1 direkt am Flughafen Leipzig/Halle. Der Schritt spiegelt die wachsende Bedeutung des dortigen Luftfracht-Drehkreuzes wider, das seit Jahren das globale Herzstück des DHL-Express-Netzwerks bildet.
Für die Stadt Schkeuditz dürfte der Umzug ein finanzieller Glücksfall sein: Die Gewerbesteuereinnahmen sollen sich laut Prognose von rund 22 auf über 119 Millionen Euro verfünffachen, berichtet die LVZ.
Die Umsiedlung wurde möglicherweise durch eine starke Absenkung der Gewerbesteuer in Schkeuditz begünstigt. Seit 1.1.2025 beträgt der Hebesatz dort 300% (zuvor 390%). Laut LVZ soll es der günstigste Hebesatz in ganz Sachsen sein. Zum Vergleich: In Bonn liegt der Gewerbesteuer-Hebesatz bei 537%.
Nachtrag vom 24.07.2025: Laut TAG24 bezeichnete ein Pressesprecher der Kreisstadt Schkeuditz die Umsiedlung von DHL Express als "Glücksfall".
Paketdiebstahl in Mörsdorf: Mitarbeiter unter Verdacht
Im thüringischen Mörsdorf ist ein Mitarbeiter eines Paketzentrums unter Diebstahlverdacht geraten. Laut Polizei öffnete der 26-Jährige am 10. Juli während seiner Schicht ein Paket und entwendete ein darin enthaltenes Handy. Die Staatsanwaltschaft veranlasste daraufhin eine Wohnungsdurchsuchung, bei der weitere neuwertige Geräte sichergestellt wurden. Sie stammen vermutlich aus ähnlichen Tathandlungen.
Die Polizei teilte nicht mit, um welchen Paketdienst es sich handelt. Von den großen Paketdienstleistern betreibt nur DPD ein Paketzentrum in Mörsdorf.
Hermes zögert bei Paketstationen und verweist auf Komplexität
Hermes ist der einzige große Paketdienst, der sich noch keinem anbieteroffenen Paketstation-Netzwerk angeschlossen hat. In Norddeutschland (mit Schwerpunkt Hamburg) gibt es zwischen 20 und 30 eigene Hermes-Boxen, doch Hermes ist weit davon entfernt, mit der Größe von Myflexbox mitzuhalten. Auch DPD und GLS machen Tempo und wollen bis Ende 2025 1.000 eigene Paketautomaten in Deutschland aufstellen.
Gegenüber der DVZ hat nun sich Hermes-Chef Dennis Kollmann zu anbieterneutralen Paketstationen geäußert. Hermes führe "kontinuierlich konstruktive Gespräche" und prüfe mögliche Kooperationen mit Anbietern.
Kollmann findet die Integration von Paketstationen allerdings komplex. Die Automaten müssen mit der Sendungsverfolgung zusammenspielen, und es müsse einen Prozess für den Fall überfüllter Stationen geben. Diese Gründe klingen ein bisschen vorgeschoben, denn die anderen Kooperationspartner von Myflexbox haben damit ja offenbar kein Problem. Wahrscheinlich kann sich Hermes den Zögerkurs leisten, weil sie nach DHL das zweitgrößte Paketshop-Netzwerk in Deutschland haben und deshalb keinen Druck, zusätzlich Automaten aufzustellen.