Kurz vor Jubiläum: Älteste Postagentur Baden-Württembergs geschlossen
Eine der ältesten privat betriebenen Postfilialen Baden-Württembergs ist Geschichte. Silke und Raimund Dieterich eröffneten ihre Postagentur am 19. August 1993 in Lenningen im Landkreis Esslingen. Doch anstatt 2023 das 30-jährige Jubiläum zu feiern, entschieden sich die Betreiber, die Zusammenarbeit mit der Deutschen Post kurz vorher zu beenden.
Der Grund für diesen Schritt liegt in den Öffnungszeit-Vorgaben. Kurzfristige Schließungen, etwa für Urlaube, sind nicht erlaubt. "Ein kleiner Familienbetrieb kann eben keine 365 Tage im Jahr geöffnet sein. Nach so vielen Jahren zuverlässiger Arbeit haben wir entschieden, uns das nicht länger gefallen zu lassen", erläutert Raimund Dieterich.
Die Kündigung erfolgte bereits zum 1. April 2022, wurde von Paketda aber erst jetzt bemerkt. Dieterich bekräftigt seine Entscheidung: "Wir haben den Schritt nicht bereut. Es war die richtige Entscheidung, um mehr Freiraum zu gewinnen." Mehr Infos zur Filiale: Stuttgarter Nachrichten
Hintergrund: Die tägliche Öffnungspflicht für Postfilialen ergibt sich aus §17 des Postgesetzes. Dort heißt es: "Bundesweit müssen mindestens 12 000 Universaldienstfilialen vorhanden sein. Sie müssen werktäglich nachfragegerecht geöffnet sein."
Schließfach-Fund: Postbote hortet Briefe und Bargeld
Einen bemerkenswerten Fund im Bochumer Hauptbahnhof machten Bahnmitarbeiter an Heiligabend. Sie öffneten ein Schließfach, dessen Miete nicht mehr bezahlt worden war, und entdeckten darin gestohlene Briefe, EC-Karten und eine fünfstellige Summe Bargeld.
Der Schließfach-Inhalt wird einem 29-jährigen Postboten aus Essen zugeschrieben. Die Briefe, von denen einige geöffnet waren, sollten eigentlich an Haushalte in Essen zugestellt werden. Offenbar hatte der Verdächtige mindestens eine der gestohlenen EC-Karten genutzt, um Geld abzuheben.
Die Polizei hat den Fall übernommen und ermittelt gegen den Postboten wegen Diebstahls und Verletzung des Postgeheimnisses.
Paketdiebe verursachen mehrere 10.000 Euro Schaden
Die Staatsanwaltschaft Hechingen und das Kriminalkommissariat Balingen ermitteln gegen zwei Männer (45 und 23 Jahre) wegen gewerbsmäßigen Diebstahls. Die Verdächtigen waren bei einem Subunternehmer angestellt und sollen Pakete im Wert von mehreren zehntausend Euro gestohlen haben. Vorausgegangen waren interne Ermittlungen eines Paketdienstes aufgrund von Sendungsverlusten seit Ende 2024.
Die Festnahme erfolgte am 18. Januar 2025 in Haigerloch (Zollernalbkreis), als die Männer Pakete aus einem nicht registrierten Rollcontainer von einem Anhänger in einen Lkw umluden. Bei einer Durchsuchung ihrer gemeinsamen Wohnung wurden weitere gestohlene Warensendungen gefunden. Der Abtransport erforderte die Unterstützung der Feuerwehr.
Am Sonntag wurden die Männer dem Haftrichter vorgeführt. Haftbefehle wurden erlassen, und die Verdächtigen befinden sich nun in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen zur Herkunft der Pakete und möglichen Komplizen dauern an.
Streit in Paketshop eskaliert ungewöhnlich
Am Samstagmittag kam es in einer Tankstelle mit angeschlossenem Paketshop in Weilburg (Landkreis Limburg-Weilburg) zu einem kuriosen Streit, der schließlich handgreiflich eskalierte.
Ein 28-jähriger Kunde aus Weilburg wollte ein für ihn hinterlegtes Paket abholen, doch der Mitarbeiter legte ihm insgesamt drei Pakete vor. Der Kunde weigerte sich, die beiden zusätzlichen Pakete anzunehmen. Der 38-jährige Tankstellen-Mitarbeiter bestand aber darauf, dass der Kunde alle bereitgelegten Pakete mitnimmt. Die Situation spitzte sich zu, bis der Kunde den Mitarbeiter schließlich zu Boden warf. Der Angestellte erlitt dabei leichte Verletzungen.
Kurios an diesem Vorfall ist, dass die Auseinandersetzung nicht wie üblich wegen zurückbehaltener Pakete oder fehlender Nachweise entstand, sondern weil der Kunde bewusst weniger Pakete mitnehmen wollte, als ihm übergeben wurden. Dabei hätte der Mitarbeiter die verweigerten Pakete problemlos als "Annahme verweigert" scannen können, wie es in solchen Fällen gängige Praxis ist.