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GLS-Chef spricht Klartext / Hermes streng mit Paketshops / Déjà-vu bei Kritik am Postchef


GLS-Chef kritisiert Postgesetz und hohen Mindestlohn

Am 12.06. war GLS-Deutschland-Chef Dr. Achim Dünnwald zu Gast auf dem Wirtschaftstag der CDU in Berlin. Er äußerte sich dort u.a. zu Themen wie Amazon Logistics ("da schauen wir aufs Kartellamt in Bonn"), Lieferkettengesetz, Nachhaltigkeit ("ein Dauerthema") und die zunehmende Bürokratie.

In einem Nebensatz kritisierte Dünnwald die Herangehensweise bei der Postgesetz-Reform: "Was uns als Paketdienstleister dort erwartet, gefällt uns alles andere als gut. Da wurden auch handwerkliche Fehler gemacht. Da wird nicht mit den Praktikern gesprochen. Das ist einfach nicht in Ordnung."

Auch die schnelle, mehrfache Erhöhung des Mindestlohns kritisiert Dünnwald. Er sei nicht gegen gute Löhne, aber die Anhebung des Mindestlohns in fünf Jahren um 50 Prozent bei einer Beschäftigungsquote im Niedriglohnsektor in Deutschland von über 20 Prozent sei stark inflationstreibend. Dieser Zusammenhang sollte laut Dünnwald deutlicher diskutiert werden.

Quelle: Aufzeichnung bei YouTube



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Hermes: Strenge Auswahl bei Paketshops

Interessante Aussage von Hermes-Manager David Venticinque. Er ist verantwortlich für Paketshops und erklärt: "Wenn es uns rein um die Masse gehen würde, könnten wir die Anzahl der Shops schnell erhöhen."

Hermes erhalte laut Venticinque viele Anfragen interessierter Läden, die Paketshop-Partner werden möchten. Allerdings lehnt Hermes "eine große Mehrheit" der Interessenten ab, weil sonst die Qualität "massiv einbrechen" würde. Es gebe ein hohes Anforderungsprofil, um als Hermes-Paketshop zugelassen zu werden.

Im Einzelfall trennt sich Hermes von Paketshops, wenn sich zu viele Kunden über einen bestimmten Laden beschweren. Hermes lässt regelmäßig Kunden befragen, u.a. zu Punkten wie Freundlichkeit und Erreichbarkeit von Paketshops. Die Ergebnisse sollen "enorm hoch" ausfallen, auch im Vergleich zu anderen Paketdiensten.

Quelle: newsroom.hermesworld.com



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Neuer Postchef, alte Vorwürfe

"Detailversessen, abweisend, nerdig", beschreibt thepioneer.de den neuen Postchef Tobias Meyer. In dem kritischen Artikel werden ihm außerdem ein schwacher Aktienkurs und resignierte Mitarbeiter vorgeworfen. Angeblich würden viele Meyers Vorgänger Frank Appel zurücksehnen.

Bemerkenswert: Als Frank Appel 2008 Vorstandvorsitzender der Deutschen Post AG wurde, gab es nahezu gleichlautende Medienberichte über ihn. "Wie ein Wissenschaftler", wirke er, "nichts-sagend", "kein Showtalent", schrieb das Manager Magazin damals. Und die Zeitschrift "Capital" bescheinigte Appel "in allen Disziplinen - Kapitalmarkt, Qualität, Mitarbeitermotivation" eine magere Zwischenbilanz (Printartikel vom 01.07.2008).

Die Parallelen sind verblüffend. Vielleicht wiederholt sich die Geschichte, und Tobias Meyer beweist seinen Kritikern, dass Appels Fußstapfen nicht zu groß für ihn sind.


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