Im Februar 2024 drohte DHL, sein weltweit größtes Luftfracht-Drehkreuz am Flughafen Leipzig-Schkeuditz zu schließen, falls die Mitteldeutsche Flughafen AG (MFAG) nicht von ihren Forderungen nach höheren Gebühren abrücken würde. Doch nun, nur wenige Monate später, hat sich das Blatt gewendet: DHL akzeptiert die um 20% erhöhten Flughafen-Gebühren. Der Vertrag wurde um 15 Jahre bis 2053 verlängert.
Ursprünglich wollte DHL den bis 2036 laufenden Vertrag um 20 Jahre zu weitgehend unveränderten Konditionen verlängern. Die MFAG hingegen, geplagt von finanziellen Schwierigkeiten, verlangte höhere Einnahmen, um ihre wirtschaftliche Lage zu stabilisieren. Trotz Drohungen von DHL, das Luftfracht-Drehkreuz nach Osteuropa zu verlagern, einigten sich die Parteien letztlich auf eine Vertragsverlängerung. DHL-Chef Tobias Meyer:
"Wir begrüßen die Verlängerung des Rahmenvertrages, der uns Planungssicherheit gibt, weitere Investitionen in den Standort ermöglicht und langfristige Sicherheit für die Arbeitsplätze am Drehkreuz bedingt. Auch wenn wir nunmehr bereits in der Restlaufzeit des Altvertrages deutlich höhere Entgelte zahlen, ist das Ergebnis wirtschaftlich tragfähig. Wir bedanken uns ausdrücklich bei der sächsischen Landesregierung für das kontinuierlich starke Engagement für den Standort. Gleichzeitig hoffen wir, dass die MFAG ihre Strukturprobleme erfolgreich bewältigt und sich auch das Geschäft jenseits von DHL positiv entwickelt."
Laut Zeitungsbericht konnte die Flughafenbetreiberin in den Verhandlungen verbesserte Konditionen durchsetzen. Die Flugentgelte für DHL erhöhen sich merklich, was der MFAG jährliche Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich sichert. Dies ist ein wichtiger Schritt, um eine Finanzlücke von 145 Millionen Euro zu schließen, die die MFAG plagt. Unterstützung kommt auch von den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt, die zusammen 100 Millionen Euro zur Finanzierung beisteuern.
Der bevorstehende Vertragsabschluss bedeutet für beide Seiten Planungssicherheit. Die Stellplätze für Frachtflieger sollen von derzeit 60 auf knapp 100 erhöht werden. Die Kosten betragen ca. 300 Millionen Euro. Die Aufsichtsratsvorsitzende der MFAG, Hiltrud Dorothea Werner, sagte zur LVZ, dass der verlängerte Vertrag mit DHL "positive Effekte auf Wirtschaftlichkeit und Liquidität" des Flughafens haben werde.
DHL Express droht Flughafen Leipzig mit Rückzug
So berichtete Paketda im Februar 2024
Laut DVZ befinden sich DHL und die Mitteldeutsche Flughafen AG (Betreiberin des Airports Leipzig-Schkeuditz) in Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung. Der ursprünglich bis 2036 laufende Vertrag soll auf Wunsch von DHL vorfristig um 20 Jahre verlängert werden.
DHL möchte den Flughafen Leipzig-Schkeuditz laut DVZ-Bericht zu weitgehend unveränderten Konditionen bis 2056 nutzen. Die Flughafen-Betreiberin hingegen braucht mehr Geld, weil sie in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Wie die LVZ berichtet, will DHL sein Luftfracht-Drehkreuz nach Osteuropa verlagern, sollte Leipzig-Schkeuditz zu viel Geld verlangen. Das hält die sächsische Landesregierung jedoch für eine leere Drohung. Leipzig ist das weltweit größte DHL-Airhub und lässt sich nicht einfach in ein anderes Land umsiedeln, zumal eine Nachtflug-Erlaubnis notwendig ist.
Laut DVZ soll DHL der Mitteldeutschen Flughafen AG vorgeworfen haben, die Erlöse falsch zu berechnen. DHL hat dem Flughafen angeblich vorgerechnet, dass der Flughafen in Wirklichkeit höhere Erlöse mit DHL erzielt, als er annimmt.
Dreist: Zusteller verhökerte Waren in Dienstkleidung
Anfang Februar 2024 nahm die Polizei einen Zusteller in Schkeuditz fest, der laut bild.de monatelang Handys und Laptops aus Paketen gestohlen hat. Das Diebesgut verkaufte er offenbar bei Kleinanzeigen.
Ein Kaufinteressent wurde jedoch misstrauisch, weil der Zusteller beim Handyverkauf in seiner Dienstkleidung erschien, sich nicht ausweisen wollte und keinen schriftlichen Kaufvertrag abschließen wollte. Der Interessent meldete den Fall bei der Polizei, die den Zusteller daraufhin observierte und schließlich auf frischer Tat erwischte.
Es stellt sich mal wieder die Frage, weshalb der Zusteller ca. drei Monate lang (November 2023 bis Januar 2024) Paketinhalte klauen konnte, ohne dass es dem Paketdienst auffiel. Der Schaden liegt laut Polizei oberhalb von 10.000 Euro.
Flughafen Leipzig viel günstiger als Köln-Bonn
So berichtete Paketda im Juni 2023
Die LVZ berichtet über neue Start- und Landegebühren am Flughafen Leipzig. Der Flughafen berechnet die Gebühren jetzt anhand der Startzeit und der Geräuschkulisse der Flugzeuge. Dadurch sollen Starts und Landungen in der Nacht teurer werden, außerdem sollen laute Flugzeuge mehr bezahlen müssen. Dies soll den Anwohnerschutz verbessern.
Der Landtagsabgeordnete Marco Böhme sagte zur LVZ, dass die neuen Gebühren eine Mogelpackung seien, weil die "Grundpreise der bisherigen gewichtsbezogenen Entgelte um 18 Prozent gesenkt" wurden. Trotz Nacht- und Lärmzuschlags würden die Kosten für Fluggesellschaften (z.B. DHL Aviation) annähernd gleich bleiben.
Im Vergleich zum Flughafen Köln-Bonn (UPS, FedEx, DHL) ist Leipzig ein Discount-Flughafen. Beispiel: In Köln-Bonn muss ein A300-600F 826,10 Euro mehr bezahlen als in Leipzig. Zusätzlich berechnet Köln-Bonn 1,95 Euro pro 100 kg abgeflogener Fracht, was bei einem Airbus mit 48 Tonnen Fracht zusätzlich 936 Euro bedeutet.
Im April 2022 berichtete die TAZ, dass die Start- und Landeentgelte am Flughafen Leipzig 1.017 Euro je Maschine betragen. Das entspreche ungefähr einem Viertel der Gebühren des Flughafens Frankfurt am Main. Außerdem kritisierte die TAG, dass der Flughafen aufgrund der günstigen Start- und Landeentgelte hohe Verluste schreibt, die vom Freistaat Sachsen ausgeglichen werden. Angeblich betragen die Subventionen ca. 100.000 Euro pro Arbeitsplatz.
DHL wächst in Leipzig-Schkeuditz stark
So berichtete Paketda im November 2018
Der Flughafen Leipzig investiert 210 Millionen Euro, um unter anderem 36 neue Stellplätze für Flugzeuge zu bauen. Grund sind steigende Frachtmengen, die am Flughafen von den dort angesiedelten Logistikunternehmen bearbeitet werden. Gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung erklärte ein DHL-Manager, dass aktuell bei DHL in Leipzig jede Nacht "350.000 Sendungen umgeschlagen werden. Bis 2032 könnten es bis zu 800.000 werden." Auf Jahresbasis ergibt sich ein erwartetes Mengenwachstum von etwa 6 Prozent.
DHL rechnet damit, dass der Flugverkehr nicht so stark wächst wie die Sendungsmengen, weil größere Flugzeuge eingesetzt werden. Anwohner des Flughafens beklagen sich seit Langem über zunehmenden Fluglärm.