Wer die Online-Funktion seines Personalausweises nutzen möchte, aber die PIN vergessen hat, kann sie bald wieder per Post anfordern. Der Service war 2023 aus Kostengründen abgeschafft worden, soll nun aber zurückkehren.
Laut einem Bericht von heise.de plant das Digital-Ministerium die Wiedereinführung des sogenannten PIN-Rücksetzbriefs. Das Ministerium finanziert die Portokosten "übergangsweise".
Bürger sollen ab der zweiten Jahreshälfte 2026 online eine neue PIN für ihren Perso anfordern können, anstatt persönlich beim Bürgeramt erscheinen zu müssen. Die Zustellung soll wie früher per Postident erfolgen. Dabei überprüft der Zusteller den Reisepass oder Personalausweis des Empfängers.
Der PIN-Rücksetzdienst war Ende 2023 eingestellt worden. Damals hieß es, der Bund müsse sparen. Nach Angaben der Bundesregierung verursachten fast zwei Millionen versandte PIN-Briefe Kosten von rund 29 Millionen Euro. Das entspricht 14,50 Euro pro Sendung.
Die Website zum Anfordern einer neuen Ausweis-PIN ist bislang (Mai 2026) noch offline: www.pin-ruecksetzbrief-bestellen.de.
Was passiert, wenn ich als Empfänger nicht zu Hause bin?
Die PIN-Rücksetzbriefe werden bei Abwesenheit nicht in den Briefkasten eingeworfen und auch nicht bei Nachbarn abgegeben. Stattdessen erfolgt die Hinterlegung in einer Postfiliale. Die Lagerfrist beträgt 7 Werktage. Die Abholung ist nur durch den Empfänger persönlich möglich und nicht durch Bevollmächtigte.
Hintergrund: Viele Bürger kennen ihre Ausweis-PIN nicht
Die Wiedereinführung hängt laut Heise-Bericht mit der Einführung der sog. EUDI-Wallet zusammen. Dabei handelt es sich um eine digitale Brieftasche für Smartphones, in der Bürger künftig Ausweise und andere Nachweise speichern können. Der Start ist nach aktuellem Stand für Anfang 2027 vorgesehen.
Laut einer Bitkom-Umfrage kennen nur 18 Prozent der Befragten ihre Ausweis-PIN und haben die Onlinefunktion aktiviert. Weitere 21 Prozent haben die Funktion zwar freigeschaltet, erinnern sich aber nicht an ihre PIN.
PIN-Briefe mit Postident zu teuer
So berichtete Paketda im Dezember 2023
Das Innenministerium muss sparen und bietet deshalb keine postalisch versandten Ersatz-PINs für den elektronischen Personalausweis mehr an. Seit dem 29. Dezember 2023 ist der Service eingestellt.
Laut heise.de wurden nur 60% aller PIN-Briefe von den Empfängern tatsächlich genutzt, um ihren Personalausweis zu aktivieren oder um eine neue PIN zu setzen.
Der Briefversand kostete schätzungsweise mindestens 10 Euro pro Stück, weil jeder Brief mit Postident (Ausweisprüfung beim Empfänger) verschickt wurde. Bürger, die ihre Personalausweis-PIN vergessen haben, müssen sich künftig an ihre Kommune wenden.