Wissenschaftler fordert radikale Postreform
Die Wirtschaftswoche hat Prof. Dr. Justus Haucap interviewt, den ehemaligen Chef der Monopolkommission. Er spricht sich für eine radikale Reform des Postgesetzes aus mit langsameren Lieferzeiten, weniger Zustelltagen und weniger Briefkästen.
In den wenigsten Fällen spiele es laut Haucap eine Rolle, ob ein Brief nach einem oder drei Tagen ankomme. Außerdem plädiert er dafür, einen Zustelltag entfallen zu lassen und einige Briefkästen abzubauen. Haucap wörtlich: "Wir haben heute strengere Regeln für die Aufstellung von Briefkästen als für die Ansiedelung von Ärzten und Apotheken. Das ist nicht zeitgemäß."
Er kritisiert, dass die Deutsche Post jahrelang gegen eine Reform des Postgesetzes lobbyiert habe, um beispielsweise stärkere Kontrollen durch die Bundesnetzagentur zu verhindern. Deshalb habe die Deutsche Post auf dem Briefmarkt noch immer ein Quasimonopol.
Auch die Gewerkschaft Verdi lobbyiert im Sinne der Deutschen Post AG. Auf psl.verdi.de wird beispielsweise mehr Transparenz bei der Preisgestaltung der Deutschen Post abgelehnt, genauso wie die Einspeisung von Sendungen bis 2kg durch private Briefdienste in das Netz der Deutschen Post. Von der Monopolkommission verlangt Verdi, zu berücksichtigen, dass auf dem Postmarkt "kein weiterer künstlicher Wettbewerb möglich ist".
Paketda erwartet, dass die Monopolkommission in wenigen Wochen ein neues Sektorgutachten zum Postmarkt veröffentlichen wird.
DPD-Zusteller beinahe bestohlen
Ein DPD-Fahrer in Weimar hat gerade noch rechtzeitig verhindert, dass Pakete aus seinem Fahrzeug geklaut werden. Zwei 18-Jährige waren in das (vermutlich unverschlossene) Fahrzeug eingedrungen, als der Zusteller gerade bei Kunden war.
Als der Zusteller zurückkehrte, erwischte er die Täter, die daraufhin ohne Beute flüchteten. Hinzugerufene Polizisten konnten im Nahbereich zwei Personen feststellen, auf die die Personenbeschreibung passte. Sie bekamen eine Anzeige wegen versuchten Diebstahls.
Quelle: Polizeimeldung