DHL Express will bis 2026 zehn Prozent des Treibstoffbedarfs in der Luftfracht durch nachhaltige Kraftstoffe (SAF) decken. SAF wird z.B. aus landwirtschaftlichen Abfällen und Restaurantfetten gewonnen. 2022 bestellte DHL Express bereits 800 Millionen Liter SAF bei ausländischen Raffinerien.
Bis 2030 will DHL Express den SAF-Anteil auf 30% erhöhen. Die Produktion könnte im Umland des Flughafens Leipzig/Halle stattfinden, z.B. in Leuna oder Bitterfeld-Wolfen. Laut Mitteldeutscher Zeitung haben u.a. die Mitteldeutsche Flughafen AG, Airbus, DHL und der Chemiekonzern Sasol entsprechende Pläne unter dem Projektnamen NetZeroLEJ gefasst. Die Produktionskapazität soll anfangs bei 200.000 Tonnen pro Jahr liegen und auf 500.000 Tonnen erweitert werden können. Start: frühestens 2029.
Zum Vergleich: In Singapur hat der finnische Raffineriekonzern Neste Oyj eine SAF-Anlage mit 1 Million Tonnen Jahreskapazität aufgebaut (Quelle: FAZ). Ein weiterer großer SAF-Standort ist Rotterdam. Dort befinden sich Raffinerien von Neste, Shell und Varo bzw. sind gerade im Bau.
Nachtrag vom 19.10.2023: DHL hat eine Sieben-Jahres-Vereinbarung mit dem Hersteller World Energy über die Lieferung von 668 Millionen Litern SAF abgeschlossen. DHL erwartet, dass durch den Deal ca. 1,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid-Emissionen reduziert werden. Das entspricht ca. 77.000 Flugbewegungen von DHL Express in Nord- und Südamerika für ein Jahr (Quelle).