UPS täuscht / Bundesnetzagentur fragt / Wangerooger Paketdienst endet


UPS täuscht In-Zustellung-Scan vor

Ein Paketda-Leser wartet auf ein UPS-Paket, das heute Morgen um 06:48 Uhr im Zieldepot Wittlich angekommen und um 06:55 Uhr in Zustellung gegangen sein soll. So steht es im Tracking auf upstoday.com (Screenshot oben), und auch bei ups.de heißt es: "Zustellung läuft."

In Wirklichkeit befindet sich das Paket aber im UPS-Paketzentrum Herne-Börnig. Es traf heute gar nicht in Wittlich ein und ging auch nicht in Zustellung. Das lässt sich anhand eines GPS-Trackers beweisen, der sich im Paket befindet. Es kommen fortlaufend Standortsignale aus Herne-Börnig und nicht aus Wittlich.

Dass UPS Abfahrt- und Ankunft-Scans aus Paketzentren automatisch einbucht, war bereits bekannt. Aber dass sogar "in Zustellung"-Scans völlig realitätsfern eingebucht werden, ist eine neue Art der Täuschung. Besonders ärgerlich ist dies, weil es sich um ein Expresspaket handelt.

Nachtrag: Spätabends verschwand der "wird zugestellt"-Status aus dem Tracking. Stattdessen erschien "Ziel Scan" um 06:55 Uhr aus Wittlich.



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Bundesnetzagentur: "Wäre erfreulich, wenn ..."

Die Bundesnetzagentur hat eine überflüssige Umfrage aus dem Vorjahr wiederholt: Die großen deutschen Paketdienste sollten mitteilen, wie sie sich auf Weihnachten vorbereiten. Nur Amazon Logistics verweigerte sich der Umfrage.

Fazit des Behördenchefs Klaus Müller: "Die Unternehmen melden uns, dass sie insgesamt gut vorbereitet sind. Es wäre erfreulich, wenn sich das so bewahrheitet. Wir werden die Situation auf dem Paketmarkt weiter im Blick behalten."

Was will die Bundesnetzagentur mit den gewonnenen Informationen nun anfangen? Insgesamt ist die Pressemitteilung der Bundesnetzagentur sehr dürftig. Als Kunde erhält man ausführlichere Infos zu den Weihnachtsvorbereitungen, wenn man direkt in die Pressemitteilungen der Paketdienste schaut:

  • DPD: 1.000 Saisonkräfte
  • Hermes: 3.000 zusätzliche Arbeitskräfte + 3.000 Fahrzeuge
  • Deutsche Post DHL: 10.000 Aushilfskräfte + 4.000 Fahrzeuge
  • GLS: 3.500 Aushilfen (Stand 2021)


Wangerooge: Kommen 2023 noch Pakete auf die Insel?

Die Paketdienste DPD, UPS, GLS, Hermes und DHL Express müssen sich auf Wangerooge sehr kurzfristig einen neuen Zustellpartner suchen. Zum Jahresende 2022 gibt der bisherige Inhaber des "Wangerooger Paketdienstes" sein Geschäft auf. Es sei denn, bis dahin findet sich ein ein Nachfolger für den Betrieb.

Während Deutsche Post DHL auf Wangerooge mit eigenem Personal zustellt, nutzen alle anderen Paketdienste (inkl. DHL Express) den Service des Wangerooger Paketdienstes für die Inselzustellung. Die Sendungen werden auf dem Festland in Emden übernommen und dann per Schiff auf die Insel gebracht.

Es bleibt spannend, ob die verbleibende Zeit von etwa einem Monat genügt, um die Zustellung auf Wangerooge auch 2023 zu gewährleisten.

Quelle: Wangerooger Inselbote bei Facebook


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