Zusteller nutzte ZSP privat / DHL Express und Postgeheimnis / DPD testet Lieferroboter in UK


Zusteller nutzte leerstehende Posträume für Nebentätigkeit

Vor einigen Tagen wurde in Birkenwerder (Landkreis Oberhavel) ein Zusteller festgenommen, weil er über Monate hinweg Hunderte Pakete geplündert haben soll. MOZ.de hat von der Polizei und der Post Details zur Tatausführung erhalten.

Der Beschuldigte soll in Räumen des Zustellstützpunktes (ZSP) Birkenwerder, die teilweise leer stehen, "fast gewohnt, Teile seiner Freizeit verbracht oder die Räume zumindest für andere private Zwecke genutzt" haben, schreibt die Zeitung. Der Post-Sicherheitsdienst hatte dem 35-jährigen Mann den privaten Aufenthalt im ZSP schon vor längerer Zeit verboten. Daraufhin verließ er die Räume, richtete sich im gleichen Gebäude in anderen Räumen aber neu ein. Das bemerkte der Sicherheitsdienst nicht.

Zumindest bis letzten Freitag. Da entdeckte ein Security-Mitarbeiter das neue Quartier des Zustellers sowie geplünderte Pakete. Die herbeigerufene Polizei nahm den Zusteller vor Ort fest. Die Post bittet Kunden aus Birkenwerder, Hohen Neuendorf, Borgsdorf und Stolpe darum, Nachforschungsaufträge einzureichen, sofern Pakete vermisst werden. Laut Spiegel.de wird der Schaden auf 20.000 Euro geschätzt. Das ist eine zurückhaltende Schätzung, denn angesichts "Hunderter" Fälle kann der Schaden locker 50.000 Euro oder mehr betragen.



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DHL Express will internationale Pakete öffnen

Ein Paketda-Leser wies auf eine neue Klausel bei DHL Express zur Einschränkung des Postgeheimnisses hin. In der Broschüre (PDF, Seite 79) heißt es:

"Voraussetzung für den internationalen Versand mit DHL Express ist die Einwilligung von am Sendungsverkehr Beteiligten in den Eingriff in das Postgeheimnis durch Öffnen und umfassende Inhaltsprüfung der Sendung zum Zweck der Sicherung operativer Abläufe und Sicherstellung des Kundenversprechens."

DHL Express verlangt also von jedem Kunden im Voraus das Einverständnis zum Öffnen von Sendungen mit "umfassender Inhaltsprüfung". Die genannten Gründe sind vage, weil "Sicherung operativer Abläufe" alles Mögliche bedeuten kann.

Weil es nur um internationale Sendungen geht, sind vielleicht Luftfracht-Sicherheitskontrollen die Ursache. Fällt ein Paket beim Röntgen negativ auf, könnte DHL Express es öffnen, um den Inhalt zu überprüfen. Ohne Einwilligung des Kunden müsste das Paket vielleicht zurückgeschickt werden oder erst zeitaufwändig die Öffnungs-Einwilligung eingeholt werden, wodurch sich der Transport verzögert.



DPD UK testet Lieferroboter

In der englischen Großstadt Milton Keynes (230.000 Einwohner) erprobt DPD Lieferroboter des Herstellers Cartken. Die kleinen Fahrzeuge sehen den bekannten Lieferrobotern des Herstellers Starship zum Verwechseln ähnlich. Starship-Roboter testete Hermes mal in Hamburg (vgl. hermesworld.com). Und auch in Milton Keynes ist Starship seit 2018 im Einsatz. Dort liefern rund 200 autonome Minifahrzeuge z.B. Lebensmittel nach Hause.

Wie buckinghamshirelive.com berichtet, sind die Einwohner von Milton Keynes den Lieferrobotern gegenüber sehr aufgeschlossen. Die Roboter hätten sich "in die örtliche Gemeinschaft voll und ganz eingefügt". Wahrscheinlich hat sich DPD deshalb für das gleiche Testgebiet entschieden.

Sowohl Starship als auch Cartken beherrschen eigenen Angaben zufolge Level 4 (von 5) des autonomen Fahrens. Die Cartken-Roboter können täglich jeweils 30 DPD-Pakete ausliefern.

Quelle: Pressemitteilung


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