Trans-o-flex günstig? / Cityhubs bei DHL NL / Digitale Krankmeldung sorgt für weniger Briefe


Schwer nachvollziehbares Prädikat für Trans-o-flex

Der Paketdienst trans-o-flex wurde im Rahmen einer Studie der Zeitschrift Focus Money als "Preis-Sieger 2021" ausgezeichnet. In einer Pressemeldung schreibt das Unternehmen: "trans-o-flex war damit in der Kategorie Logistikunternehmen der mit Abstand beste Dienstleister und wurde als einziger mit dem Prädikat Silber ausgezeichnet."

Die Auszeichnung des Preis-Leistungs-Verhältnisses ist merkwürdig, weil die Preise von trans-o-flex teurer sind als bei DHL Express, UPS Express und DPD Express bei identischer Versandgeschwindigkeit. Gegenüber Paketda hat trans-o-flex keine Erklärung dazu abgegeben.

Preisvergleich (Bruttopreise für 5kg Paket, 30x20x10cm):

Versandart tof-now.de DHL UPS DPD
Express 18:00 24,75 15,00 14,28 17,00
Express 12:00 30,70 19,90 17,26 22,00
Express 10:00 42,60 27,90 20,23 (10:30 Uhr) 32,00

Nachtrag vom 21.10.2021: Paketda hat vom IMWF-Institut freundlicherweise die detaillierten Studienergebnisse erhalten. Es fällt auf, dass in den Vergleich andere klassische Paketdienste wie DHL, UPS, DPD, etc. gar nicht einbezogen wurden (vgl. Abbildungen unten).

Außerdem wurde zur Datenerhebung ein sog. "Social Listening" verwendet. Das bedeutet, 438 Mio. Internetquellen wurden ausgewertet und hinsichtlich ihrer Tonalität beurteilt. Wird in einem Presseartikel oder einem Tweet z.B. positiv über Trans-o-flex gesprochen, erhöht das die Punktzahl. Die Auszeichnung als "Preissieger" beruht also nicht auf einem harten Preisvergleich.



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Niederlande: DHL baut Cityhubs

DHL Parcel NL investiert 350 Millionen Euro in den Bau von 26 Cityhubs. Das sind Zustellbasen am Rande größerer Städte (z.B. Dordrecht, Groningen, Rotterdam, Tilburg, Utrecht), die auf Elektromobilität ausgelegt sind. Wie transport-online.nl berichtet, bedient ein Cityhub ca. 90 Touren, davon 60 tagsüber und 30 abends. Die Routen umfassen 100 bis 200 Stopps.



"Gelber Schein" nicht mehr Post: Mengenrückgang erwartet

Ab dem 1. Juli 2022 müssen Arbeitnehmer im Krankheitsfall keine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung ("Gelber Schein") mehr an ihren Chef schicken. Die Krankmeldungen werden digital übertragen.

Laut gkv-spitzenverband.de werden in Deutschland jedes Jahr ca. 77 Millionen Arbeitsunfähigkeiten festgestellt.

Wird auch nur die Hälfte davon als Brief verschickt, entfällt bei der Deutschen Post ab Juli 2022 ein wichtiger Anteil an vollbezahlten Briefen. Spekulative Beispielrechnung: 38,5 Mio. Briefe x 0,85 Euro Porto = 32,7 Mio. Euro Mindereinnahmen.

Im Zuge der Portofestlegung für 2022 hat die Deutsche Post gegenüber der Bundesnetzagentur selbst auf diesen Effekt hingewiesen. Quelle: Amtsblatt 19-2021 BNetzA, S. 1250.


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