USA: Amazon-Fahrer werden überwacht / Luftfracht am Flughafen Rostock / DPD Predict spart CO2 ein


Amazon überwacht Fahrverhalten von Zustellern

Das US-Magazin Vice.com berichtet über ein System des Hersteller Netradyne, um gutes bzw. schlechtes Fahrverhalten von Zustellern zu erkennen und zu belohnen / zu bestrafen. Ziel ist die Unfallvermeidung.

Das Projekt läuft wohl seit 2021 in Los Angeles. Laut Vice.com ist das System unfair, weil es bestimmte Situationen falsch interpretiert. Wird ein Amazon-Lieferwagen von einem anderen Fahrzeug geschnitten, das kurz davor einschert, erhält der Amazon-Fahrer eine akustische Warnung wegen Unterschreitung des Mindestabstands. Anderes Beispiel: Schaut ein Fahrer in den Rückspiegel, um die Verkehrslage zu prüfen, registriert Netradyne Unaufmerksamkeit, weil der Blick nicht auf die Fahrbahn gerichtet ist. Erkannt werden außerdem Missachtungen von Ampelsignalen und Stoppschildern.

Von solchen Situationen werden automatisch Videoaufzeichnungen gespeichert und an Netradyne übermittelt. Menschliche Auswerter entscheiden dann, ob der Fahrer Strafpunkte erhält. Davon macht Amazon Bonuszahlungen und Sachprämien abhängig. Vice berichtet, dass Zusteller nicht erfahren können, wofür sie Strafpunkte erhalten.



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Zeitfracht-Gruppe will Flughafen Rostock kaufen

Seit Jahren schreibt der Flughafen Rostock-Laage Verluste in Millionenhöhe. Nun hat die Zeitfracht-Gruppe, die einst DPD mitgründete, Interesse an einer Übernahme des Flughafens bekundet. Gelingt der Kauf, soll der Airport von einem Passagierflughafen zur Abwicklung von Luftfracht umgebaut werden. Das Passagiergeschäft soll nur nebenbei mitlaufen.

Ein Vorteil des Rostockers Flughafens ist eine 24/7-Lizenz, also kein Nachtflugverbot. Außerdem liegt der Standort zwischen Hamburg und Berlin. Das sei strategisch günstig, sagte das Unternehmen zum Sender NDR (Quelle).

Der NDR berichtet, dass die Verhandlungen weit fortgeschritten seien. Das letzte Wort hat offenbar die Bundeswehr, weil ihr Start- und Landebahn gehören. Gesellschafter des Flughafens sind Stadt und Landkreis Rostock sowie die Stadt Laage. Die würden sich bestimmt freuen, nicht mehr jedes Jahr Millionen zum Flughafenbetrieb zuschießen zu müssen.



DPD Predict spart 5% CO2 pro Paket

Bei einem Vortrag auf der Messe "Parcel+Post Expo", die zurzeit in Wien läuft, erklärte ein DPD-Manager die positiven Effekte von DPD Predict. Das ist die Lieferankündigung, mit der Empfänger z.B. Pakete umleiten oder den Liefertag ändern können.

Laut Dominique Mamcarz von DPD spart Predict 5% CO2-Emissionen ein. Grund sind weniger fehlgeschlagene Zustellversuche. Aufgrund des Livetrackings können Empfänger ziemlich genau abschätzen, wann der Zusteller vorbeikommt. Außerdem ermöglicht DPD noch kurzfristige Umleitungen an Paketshops. Bei anderen Paketdiensten müssen solche Umleitungen i.d.R. spätestens am Vorabend des Zustelltages beauftragt werden.


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